Gott hatte einen anderen Plan

Im Jahr 1961 trampte die damals 23-jährige Deutsche Christa durch Europa. Auf dem Weg nach Spanien hörte sie von einer Gruppe, die sie vielleicht gebrauchen könnte. „Dort traf ich einen jungen Mann, der aussah wie 17, aber 22 Jahre alt war. Das war George Verwer und er fragte mich sofort: ‚Bist du Christ?‘“

George Verwer lebte zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie in Spanien und brannte voller Leidenschaft dafür, Menschen für Jesus zu gewinnen. Christa hatte sich mit 16 Jahren schon für Jesus entschieden, aber dann „ist viel kaputtgegangen, als ich von der ehemaligen DDR abgehauen bin“. Sie erklärte George Verwer, dass sie in eine Methodistenkirche gehe, worauf er sie fragte, ob sie Jesus persönlich kenne. Sie antwortete stotternd „Ja“ worauf George Verwer ihr das Buch ‚Frieden mit Gott‘ schenkte und mit ihr über Jesus sprach.

Das brachte Christa ins Nachdenken. Sie bekam eine Unterkunft bei einer jungen, spanischen, gläubigen Familie, die sie mit zu einer Versammlung nahmen. Dort hörte sie einen Bibelvers: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“ (Matthäus 16,26). „Das hat mich getroffen“, erinnert sie sich, „weil ich von einem Land zum anderen gehen wollte, aber mein Verhältnis mit Gott war nicht in Ordnung.“ Zurück in ihrer Unterkunft las sie das Buch ‚Frieden mit Gott‘ und stieß gleich am Anfang wieder auf den Vers aus Matthäus 16. „Da dachte ich, dass ich doch nur für mich lebe und nur angeben will, mit all den Ländern, in denen ich war. Doch für was?“ Sie las das Johannesevangelium und auf einmal machte alles Sinn – Christa gab ihr Leben Jesus.

Mitarbeit in Spanien
Als George Verwer davon erfuhr, war er so begeistert, dass er Christa überall mit hinnahm und sie jedes Mal erzählen musste, wie sie zum Glauben gekommen war. „Ich meinte, dass ich das schon dreimal erzählt hätte und er es nun auch erzählen könne“, erzählt sie lachend. „Aber er meinte, dass ich das tun müsse. So habe ich mich dem OM-Team angeschlossen.“ Das Team lebte sehr, sehr „spartanisch einsam. Aber wir waren alle zusammen, sind mit dem Auto durch Spanien gereist und haben verschiedene Gemeinden aufgesucht. Dort haben wir die Gemeindemitglieder zu einem lebendigen Glauben herausgefordert und erzählten unsere Zeugnisse.“

Literaturverteilung in Spanien aus einem Auto in den 1960erAußerdem eröffnete das Team einen Buchladen. „Wir verkauften katholische Neue Testamente, was genau richtig war“, erklärt Christa. Auch in U-Bahn-Stationen war das Team aktiv: „Wir hängten große Plakate mit dem Vers ‚Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben‘ auf. Außerdem schrieben wir stundenlang Adressen aus Telefonbüchern ab und schickten Traktate dorthin. Das war eigentlich der Anfang von OM und George hatte große Träume.“

 

Einsätze in England
Nach einem Jahr in Spanien zog Christa nach England, um dort im Team von George Verwer zu arbeiten. Dann kam der große Sommereinsatz: „George sagte, wir müssen im Sommer 300 junge Leute zusammenbringen, die Ferien haben“, erinnert sich Christa. „Wir sagten: ‚George, keiner macht das, die gehen alle in den Urlaub.‘ Doch George war sich sicher.“ Und er hatte recht! 350 junge Menschen kamen im Sommer 1962 zum ersten OM-Sommereinsatz! Kaum war dieser Einsatz vorbei, verkündigte George Verwer schon seine neuste Idee: „Wir wollen für den nächsten Sommereinsatz für 1000 junge Menschen glauben!“ „Wir dachten, dass das verrückt war“, erzählt Christa, „und dachten, das wird nie klappen. Woher sollen diese 1000 Personen kommen?“ Doch George Verwer besuchte das ganze Jahr über Versammlungen, gab Anregungen und sprach über die Sommereinsätze. „Oft hatte keiner von uns Glauben, nur er“, erzählt Christa. „Aber ganz allmählich kamen immer mehr dazu. Zum Sommereinsatz im Juli kamen 1000 Personen und zum Einsatz in August noch mal 1000! Da sind dann so viele Dinge geschehen, das war einfach unglaublich!“

Gebetsgruppen während eines Sommereinsatz in den 60 JahrenWährend dieser Sommereinsätze wurde Christa von George Verwer damit beauftragt, in Italien ein 26-köpfiges Team zu leiten. „Ich meinte nur, dass ich noch ganz neu im Glauben bin und nicht weiß, wie das geht, aber er sagte nur: ‚Einfach beten, der Herr zeigt dir das schon.‘“ Im Gebet gab Christa dann die Verantwortung an Gott ab. Sie erinnert sich noch gut an diesen Einsatz: „Die Fahrzeuge, die wir hatten ...“, beginnt sie und schlägt die Hände über den Kopf zusammen, „… wir sind oft steckengeblieben. In den Dolomiten konnten wir nur bis zu einem gewissen Punkt mit den Autos hin und mussten laufen. Auch hatten wir keine richtige Unterkunft. Es gab nur eine gläubige Familie und die gab uns Unterkunft. Ein anders Mal haben wir in einer Tomatenfabrik geschlafen, das stank wie sonst was!“ Doch trotz allem waren es sehr erlebnisreiche und gesegnete Einsätze.

Christa plante daraufhin, auf eine Bibelschule in England zu gehen. Doch dann kam Dale Rhoton, Mitbegründer von OM, auf sie zu und sagte, dass sie dasselbe wie in einer Bibelschule auch auf dem Missionsfeld lernen würde und sie mit in die Türkei solle. Obwohl sie sich anfangs dagegen sträubte, war Christa von 1962 bis 1964 mit OM in der Türkei. „Wir waren ein kleines Team, Dale, seine Frau, ein Amerikaner und ich“, erinnert sie sich und lacht, als sie an diese Zeit zurückdenkt: „Was wir alles erlebt haben! Wir sind einfach auf die Straße, haben Traktate verteilt und sind immer bei der Polizei gelandet!“

Neue Wege in Indien
George Verwer war in der Zwischenzeit in Indien und schlug Christa vor, in Indien eine Bibelschule zu besuchen. „Ich wollte schon immer mal nach Indien“, erzählt sie, „und als Georges Vorschlag kam, sagte ich gleich zu!“ So fuhr sie mit einem OM-Team über Land nach Indien und besuchte dort zwei Jahre lang eine Bibelschule. Danach wollte sie zurück in die Türkei. Doch Gott hatte andere Pläne! Auf der Überfahrt lernte sie Ray Eicher kennen, einen OM-Mitarbeiter mit indischen Pass. Die beiden heirateten, bekamen zwei Kinder und adoptieren ein weiteres. Mittlerweile lebt Christa seit 52 Jahren in Indien, „das ist mehr als ein Leben“.

Nach 34 Jahren bei OM stieg Christa aus der Organisation aus, bleibt aber weiter im Herzen verbunden. „OM hat mich sehr geprägt“, erzählt sie. „Vor allen Dingen im Glauben. Am Anfang mussten wir ja für alles glauben. So bin ich durch OM sehr tief in den Glauben gekommen, nicht nur finanziell, sondern auch mit allen möglichen Problemen mit Menschen. Ray und ich haben viel gebetet und geglaubt und das hat uns geprägt. Und wir haben viele unwahrscheinliche Dinge erlebt, wie Gott Gebete erhört hat.“

So ist Christa Eicher auch noch heute eng mit OM verbunden, ganz besonders natürlich auch mit den OM-Mitarbeitern der ersten Jahre: „Ich bekomme sehr, sehr viel Besuch von indischen und ausländischen OM-Mitarbeitern. In der OM-Familie fühlt man sich sofort zu Hause und wohl.“. Sie betet weiter für OM und OM Indien, „dass wir demütig werden und Gott folgen“. So, wie sie es seit Jahren tut.

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