Das Gesicht von Mission verändern

Operation Mobilisation (OM) wurde von einem US-amerikanischen Teenager gestartet, der von der Vorstellung, dass 1,5 Milliarden Menschen weltweit noch nie die Gute Nachricht gehört haben, tief betrübt und gleichzeitig herausgefordert war. Verglichen mit seiner Heimat USA – wo es viele Möglichkeiten gibt, dass Menschen die Gute Nachricht hören – fühlte sich das für den OM-Gründer George Verwer ungerecht an.

George Verwer und einige andere Studenten ebneten 1957 durch Kurzeinsätze in Mexiko den Weg für die Arbeit von OM. Dies waren die ersten geplanten Einsätze, die das Ziel hatten, die Gute Nachricht weiterzugeben und Literatur in der Landessprache zu verteilen.

Zu dieser Zeit hatten die meisten Missionswerke als Bedingung zur Mitarbeit einen theologischen Abschluss und ein lange, oft sogar lebenslange Verpflichtung. George Verwer hatte aber eine andere Botschaft: „Wenn du Jesus liebst, komm mit uns und wir bilden dich aus, während wir unterwegs sind.“

George Verwer glaubte, dass, wenn er Menschen mobilisieren konnte, sie durch das, was sie dabei erleben würden, ihr ganzes Leben in der Mission involviert bleiben würden. Als niemand anderes Kurzeinsätze durchführte, setzte George Verwer diese Idee um und veränderte so das Gesicht von Mission.

Als OM wuchs – gestärkt durch einen Kern von Kurzeinsatzteilnehmern und solchen, bei denen aus einem Kurzeinsatz ein Langzeitdienst wurde, – richtete sich der Fokus bald auf Europa, die muslimische Welt und Indien.

Während einem der ersten Sommereinsätze in Europa versammelten sich hunderte Freiwillige mit dem Ziel, 25 Millionen Broschüren und Bücher in jedem Dorf und jeder Stadt Frankreichs zu verteilen. Zwar erreichten sie dieses Ziel nicht, aber dafür kamen im nächsten Sommer über 2000 Menschen und diese erreichten das Ziel gemeinsam.

Zu dieser Zeit betrachteten viele die kommunistischen Länder als für das Evangelium verschlossen. Doch einige OM-Mitarbeiter glaubten, dass es einfach einen anderen Weg geben müsste, um Literatur in diese Länder zu bekommen. Also statteten sie alte Kleinbusse mit geheimen Leerräumen aus, um darin Bibeln und christliche Literatur zu verstecken. Über die Jahrzehnte brachten sie so tausende Tonnen an Büchern hinter den Eisernen Vorhang, um die Gute Nachricht zu denen zu bringen, die noch nie davon gehört hatten.

In den frühen 1960er-Jahren nutzte OM Lastwagen, um Literatur und junge Mitarbeiter von Europa nach Indien zur Evangelisation zu bringen. Die erste Gruppe erreichte Indien 1964. Von Anfang an arbeitete OM mit indischen Kirchengemeinden zusammen – eine radikale Umkehr vom bisherigen Vorgehen westlicher Missionare. Alle ausländischen OM-Mitarbeiter waren gleichberechtigte Teammitglieder mit den indischen Glaubensgeschwistern, die ihrerseits eine großartige Entwicklung in ihren Leitungsfähigkeiten starteten.

Auch wenn die Bewegung in Indien rasch anwuchs, muss die mühselige Überlandreise von zwei Monaten für George Verwer die reine Qual gewesen sein. Denn er wollte jede Minute seiner Zeit ausnutzen. Flugreisen kamen dennoch nicht in Frage – denn mit den Kosten für ein Flugticket konnten so viele Bücher gekauft werden. Dafür nahm eine andere Idee langsam Form an.

Zurück in England schlug George Verwer, mittlerweile Mitte 20, vor, ein Schiff zu kaufen, um mehr christliche Literatur zu den Menschen dieser Welt zu bringen. Dabei konnte Zeit und Geld gespart werden. Die Missionswelt schrieb zu diesem Zeitpunkt OM ab und sogar viele innerhalb von OM waren gegen diese Idee. Aber George Verwer glaubte, dass Gott ihm diese Idee gegeben hatte. Er blieb dabei, dafür zu beten und ermutigte die ganze Organisation zum Gebet dafür. Fünfzig Jahre später hatte OM insgesamt vier Schiffe, die von über 40 Millionen Menschen besucht wurden. Noch viele weitere Millionen Menschen waren in den Hafenstädten mit der Schiffsbesatzung in Kontakt – wobei viele zum ersten Mal die Gute Nachricht hören konnten.

In diesen drei ersten Jahrzehnten waren die OM-Mitarbeiter mit über einer Milliarde Menschen in Kontakt und schickten mehr als 120 000 Menschen in die Mission. Oft haben sie in den Ländern, in denen sie waren, die ersten Missionare in den kulturübergreifenden Dienst ausgesandt.

Eine der ersten großen Veränderungen in OM passierte in den 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre, als Ergebnis von zwei Ereignissen mit weltweiten Auswirkungen. Die russische Invasion in Afghanistan, die viele Menschen veranlasste, aus dem Land zu fliehen und der erste Irakkrieg, in dem viele Kurden vertrieben worden und zu Flüchtlingen wurden.

Einige Mitarbeiter von OM, die von der Not dieser Menschen bewegt waren, sagten, dass die Organisation etwas tun sollte. Denn, wenn jemand hungrig, nass, heimatlos und ohne Schutz ist, bringt die Liebe Christi die Gläubigen dazu, Hilfe zu leisten.

Also nahm OM eine neue Überzeugung in seine Vision auf: Die Gute Nachricht schließt auch ein, Menschen in physischer Not zu helfen. Genau wie mit dem ersten Schiff, wollte nicht jeder in der Organisation diesen Schritt mitgehen. So gab es eine gewisse Zeit lang Spannungen innerhalb von OM, aber seit den 2000er-Jahren sind Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in vielen Ländern, vor allem in der islamischen Welt.

Im Jahr 2003 folgte Peter Maiden als zweiter Internationaler Direktor von OM George Verwer nach. Weil Peter Maiden schon fast 20 Jahre als stellvertretender Direktor gearbeitet hatte, war seine Ernennung keine Überraschung. Dank seiner Erfahrung, konnte er diese Rolle gut ausfüllen und entwickelte OM kontinuierlich weiter.

„Wir waren sehr stark in der Verkündigung und wollten das bleiben. Wir haben aber festgestellt, dass in vielen Teilen der Welt unser Dienst für den ganzen Menschen und die ganze Gemeinschaft geschehen musste. Als Teil dieses ganzheitlichen Missionsansatzes schauten wir uns auch an, wie die Begabung einer Person in der Mission genutzt werden kann. Wir schauten darauf, wie man Sport, Geschäftsideen, Tanz oder anderes in unsere Missionsstrategie aufnehmen kann“, erklärte Peter Maiden. „Die Leiterschaft von OM war sehr von Menschen aus westlichen Nationen dominiert und wir wollten gerne, dass sich in unsere Bewegung auch Menschen anderer Nationen wohlfühlen und wichtige Leitungsverantwortlichkeit ausüben.“

Etwa zur selben Zeit realisierte das Leitungsteam von OM, dass, als natürliche Folge der OM-Arbeit in der muslimischen Welt, in Europa und besonders in Indien, neue Gemeinden entstanden. Regelmäßig kamen neue hinzu. Also erweiterte sich die Vision von OM erneut und schloss mit ein, dass die Weitergabe der Guten Nachricht auch bedeutet, neue Gemeinden zu gründen.

Natürlich, gemäß der innovativen Natur aus der Anfangszeit von OM, nutzen diese Gemeinden selten Gebäude aus Steinen oder Zement, um sich zur Anbetung zu treffen. Stattdessen trafen sich die Gruppen der neuen Gläubigen in Wohnzimmern, an Stränden, oder wie in Kabwe, Sambia, in einem Zelt, das zum Schauen der Fußballweltmeisterschaft gebaut war.

Die Menschen aus dem dortigen Slum Makwati versammelten sich in dem Zelt für 200 Personen einen Monat lang, um gemeinsam die Fußball-WM 2010 zu schauen. Diese 30 Tage Fußball verwandelten sich in 30 Tage der Ermutigung und Menschen wurden zu Christen. Als das Turnier vorbei war, wollten die Menschen nicht, dass auch ihre Gemeinschaft vorbei ist. Das gemietete Zelt musste wieder zurückgegeben werden, aber die Gläubigen trafen sich solange am gleichen Ort unter freiem Himmel, bis ein Unterstand aus Holz und Planen errichtet werden konnte. Die Gemeinde ‚Makwati Community Church‘ war entstanden.

Im Jahr 2014 ernannte OM mit Lawrence Tong den dritten Internationalen Direktor der OM-Geschichte. Er rief die Organisation zu einer Zeit der Rückschau im Gebet und Planung für die Zukunft auf. Dadurch entwickelte sich OM erneuert gravierend. Zunehmend geht es OM nicht mehr nur um die Verkündigung der Guten Nachricht. Stattdessen wollen die Mitarbeiter sehen, dass das Evangelium tief in einer Gemeinschaft verwurzelt ist und somit Leben verändert und Gesellschaft gestaltet wird.

Heute ist OM eine Organisation mit 3400 Mitarbeitern aus 115 Nationen, die in über 110 Ländern und an Bord der Logos Hope arbeiten. Entsprechend der Überzeugung von OM hat die Gute Nachricht die Kraft, alles zu verändern. Es geht nicht nur um die Frage, wo eine Seele die Ewigkeit verbringen wird, sondern auch um das Leben im Hier und Jetzt. Das Evangelium des Königreichs spricht von der Veränderung in der Gesellschaft dadurch, dass die Lehre von Jesus von seinen Nachfolgern gelebt wird. OM-Mitarbeiter evangelisieren immer noch, geben immer noch Literatur weiter und leisten immer noch Entwicklungszusammenarbeit – aber sie machen es jetzt mit dem Fokus, dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichen zu sehen.

More International stories

Sichere Hoffnung in ungewissen Zeiten

Um die Hilfe in der Flüchtlingskrise zu unterstützen, hat OM kleine Flyer produziert, um den Flüchtlingen auch die Gute Nachricht zu bringen.

Weiterlesen