Überschwemmungen in Laos

„Wir haben alle in den Reisfeldern gearbeitet. Meine Frau und meine dreijährige Tochter waren damit beschäftigt, Unkraut zu jäten, während ich ein paar Reihen weiter vorne arbeitete. Dabei schlief meine zehn Monate alte Tochter fest in meinem Arm. Wir hörten ein Geräusch, wie von einem Zug, der von flussaufwärts kam und ich drehte mich gerade noch rechtzeitig um, um zu sehen, wie die Wasserwand um die Ecke schoss. Ich sah noch meine Frau und meine Tochter verschwinden. Dann traf mich diese Wand", berichtet ein Mann, der in einem provisorischen Unterstand in der Nähe von Attapue in Laos wohnt. „Ich war näher als meine Frau an unserem Haus und so schob das Wasser mich bis zum Dach. Als ich mich an das Dach klammerte, sah ich nach unten. Meine Tochter war weg! Vor einer Sekunde war sie schlafend in meinen Armen, in der nächste war sie weg. Unser Haus brach unter mir zusammen und ich trieb einfach weg. Ich strandete zusammen mit ein paar anderen Nachbarn auf einem Baum. Ich habe gelernt, dass es Schlimmeres gibt, als zu sterben. Die Toten sind die Glücklichen. Es ist alles weg, mein Leben ist weg ..."

Am 6. August 2018 berichteten 762 Dörfer in 13 Provinzen in Laos von Überschwemmungen aufgrund der jüngsten starken Monsunregenfälle. Landesweit sind 35 000 Menschen direkt betroffen: Ihre Häuser und Reisernten sind vernichtet und mehr als 110 Menschen haben ihr Leben verloren. Die am stärksten überschwemmte Provinz ist Attapue, wo der Einsturz eines Staudamms am 24. Juli dazu führte, dass mehr als 7000 Menschen in fünf verschiedenen provisorischen Lagern Zuflucht und Sicherheit suchen mussten. Die Zahl der bestätigten Toten steigt weiter an und viele weitere sind offiziell noch nicht bekannt.

„Wir befürchten, dass die zunehmende Nahrungsknappheit, der Verlust von Häusern und Lebensgrundlagen, das Risiko von Krankheiten, das mit einem geringeren Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und sauberem Wasser verbunden ist, viele Landwirte, die von der Subsistenzlandwirtschaft leben, in große Armut treiben wird", erklärt Dan*, der OM-Leiter in Laos. „Die [Bauern] mögen zwar überlebt haben, aber es gibt keine Reserven und die Felder sind wahrscheinlich nicht einmal für die nächste Ernte bereit.

„Es ist nicht ungewöhnlich, einmal im Jahr während des Monsunregens eine Überschwemmung zu erleben, aber mein Dorf ist bereits dreimal überschwemmt worden", sagt Sevinay*, eine junge laotische Gläubige, der derzeit mit OM in Laos arbeitet. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Meine Familie und Verwandten sind entmutigt, weil das Wasser den unteren Teil ihrer Häuser überflutet hat. Sie mussten ihr gesamtes Hab und Gut an einen höheren Ort bringen. Das Weiterleben ist für alle schwer, weil der ganze Reis auf den Feldern vernichtet ist."

Während die Regenfälle nachgelassen zu haben scheinen, hat das Wasser in der Nähe des Dammbruchs aufgehört abzufließen und stagniert vielerorts. Schlamm, Schutt und tote Tiere verursachen nicht nur eine natürliche Krankheitsgefahr, sondern verzögern auch die Analyse für den Wiederaufbau. Die Vereinten Nationen haben vorausgesagt, dass es Monate dauern könnte, bis dieser tiefe Schlamm so ausgetrocknet ist, dass die Lage analysiert werden kann.

OM-Mitarbeiter arbeiten mit einem Pastor vor Ort zusammen, um 47 Familien in einem abgelegenen Dorf zu unterstützen und sie sind dabei herauszufinden, wo sie in andere Gebiete durch weitere Kontakte helfen können. Sie arbeiten mit Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass die notwendige Hilfe auch verteilt wird und die Beziehungen zwischen den Gläubigen vor Ort und ihren Dorfgemeinschaften gestärkt werden können. Christen werden immer noch an vielen Orten im ganzen Land verfolgt, aber durch diese Naturkatastrophe arbeiten einige Beamte, die viele Christen ins Gefängnis gebracht haben, jetzt mit denen zusammen, die sie ins Gefängnis gebracht haben.

„Ich werde dieses anfängliche Gefühl der Hilflosigkeit nie vergessen. Was könnte ich, ein junges Mädchen, das in der Hauptstadt arbeitet, tun, um meinem Dorf zu helfen?" erinnert sich Sevinay. „Aber dann erinnerte ich mich an Jesus. Ich betete in meinem Herzen, dass Gott einen Weg finden würde, meiner Familie zu helfen. Am selben Tag beteten viele [OM-]Freunde mit mir und konnten mir helfen, einen Plan zu machen, um meiner Familie zu helfen. Jetzt hat mein Dorf Reis. Gott nahm meine Hoffnungslosigkeit und zeigte mir, dass ich immer Hoffnung in seinem Plan haben kann."

Icon eines betenden MännchensBitte beten Sie, dass Gott diese Situation nutzt, um seinen Namen bekannt zu machen, und dass viele Gläubige vor Ort Gelegenheit haben, zu erklären, warum sie ihren Nächsten vergeben und dienen können. Beten Sie auch, dass der Wasserstand nicht wieder ansteigt, da dies eine ohnehin schon schwierige Situation noch verschlimmern würde.

*Namen geändert