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Lesotho – Das Königreich der Himmel

Beten Geben Gehen

„Ich besitze einen kleinen Laden, in dem ich Snacks und Getränke verkaufe. Bis zu 70 Prozent meines Einkommens erwirtschafte ich aber durch den Verkauf von Alkohol und Tabak. Ich war mir nicht sicher, ob ich als Christ diese Waren verkaufen sollte. Durch meine Fragen & Antworten-Gruppe kam ich zu dem Entschluss, das es zwar kein direktes Verbot, aber ein viel größeres Prinzip gibt – nämlich nur Gutes für den Nächsten zu wollen. Aus diesem Grund möchte ich meine Mitmenschen schützen und verkaufe keinen Alkohol und Tabak mehr.“

Das ist eine von vielen Geschichten, die OM-Mitarbeiter in Lesotho erleben.

Lesotho, das in etwa halb so groß wie Bayern ist, ist eine Enklave im Herzen Südafrikas. Für viele Touristen ist es ein unberührtes Juwel. Rund 80 Prozent der Landfläche liegen auf über 1800 Höhenmetern, weshalb das Land auch „Das Königreich im Himmel" genannt wird. Der Thabana Ntlenyana ist mit 3482 Metern Höhe der höchste Berg und Teil der Drachenberge. Der Großteil der zwei Millionen Einwohner gehört dem durch eine gemeinsame Kultur, Identität und Tradition geprägtem Stamm der Basotho an. König Letsie III. regiert in einer parlamentarischen Monarchie. Aufgrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Südafrika sind 29 Prozent der Bevölkerung arbeitslos.
Historisch gesehen ist das Christentum die stärkste Religion. Doch die starke Tradition der Ahnenverehrung und des Okkultismus haben einen falschen religiösen christlichen Glauben entstehen lassen. Viele religiöse Führer und Pastoren nutzen ihren Status, um durch Macht ihre Position zu behalten und sich zu bereichern. Nicht selten sind Menschen Opfer von geistlichem Missbrauch. Dem einfachen Basotho ist es oft verboten, die Bibel zu lesen.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, investiert OM seit 2012 in Beziehungen zu Dorfältesten im Norden des Landes. Seitdem beginnt in vielen Dörfern ein Umdenken. „Dennoch stellen die Ahnenverehrung und der Okkultismus eine klare Herausforderung in den Hilfsprojekten dar“, erklärt OM-Projektleiter Stephan Schmidt aus Deuschland. „Viele Familien werden durch die Ahnenverehrung in eine finanzielle Notlage getrieben.“ Laut lesothischer Tradition müssen Bestattungen aufwendig sein, da man sonst den Zorn des Toten auf sich zieht. Särge werden zu überhöhten Preisen aus Südafrika importiert, da die Qualität in Lesotho selbst oft sehr schlecht ist. Die Kosten für einen Sarg entsprechen der Höhe eines Jahresgehaltes, oft zahlen Familien den entstandenen Schuldenberg ein Leben lang ab. 

Durch eine gezielte Aufklärungsarbeit in Form von Fragen & Antworten-Abenden, die ähnlich wie Alphakurse gestaltet werden, kommen die Menschen über ihren Glauben ins Nachdenken. Das hat dazu geführt, dass sich schon ein Dorfältester für Jesus entschieden hat! Seit 2017 existiert in diesem Dorf eine Gemeinde. 
Ab 2019 wird OM Lesotho in Butha-Buthe ein leer stehendes Ausbildungszentrum nutzen, um Ausbildungskurse zum Schreiner oder zur Näherin anzubieten. Auf dem im Mai 2018 erworbenem Grundstück wird die Zentrale von OM Lesotho entstehen – unter anderem mit Unterkünften für Mitarbeiter, Lehrer und Teilnehmer von Kurzeinsätzen.
Durch das ganzheitliche und nachhaltige Ausbildungskonzept mit integrierter Bibelschule erhalten die Frauen und Männer eine Perspektive, werden in ihrer Identität gefestigt und bekommen ein gesundes Selbstbewusstsein. Nach der Absolvierung sollen sie in der Lage sein, ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Durch das Vorleben von christlichen Werten sollen sie in umliegenden Bergdörfern Menschen ins Nachdenken bringen und langfristig Gemeinden gründen. Auf diese Weise entstehen dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten. 

 

Seien Sie dabei und unterstützen Sie dieses Projekt durch Ihr Gebet, eine Spende oder machen Sie selbst einen Kurzeinsatz in Lesotho!
 

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Lesen Sie weiter, wie OM Lesotho die einzelnen Arbeitsbereiche praktisch umsetzen möchte

Gemeindegründung 
„Anfang 2018 führten wir unseren ersten Kurzeinsatz in der Region Malefilwane, für die wir intensiv gebetet hatten, durch“, berichtet Stephan Schmidt. „Dort leben – völlig von der Außenwelt isoliert und inmitten der Berglandschaft Lesothos – 5000 Menschen. Ungewöhnlich viele traditionelle Heiler und Hexen, sogenannte Sangumas, sowie die starke und tiefe Verwurzelung in die Ahnenverehrung haben uns vor große Herausforderungen gestellt. Vor Ort gibt es eine traditionelle Kirche, die von einem Sanguma-Hexer geleitet wird. Aufgrund dieser schwierigen geistlichen Atmosphäre haben wir uns aber auch für die Region Malefilwane entschieden.“ Trotz der vielen Widerstände und Herausforderungen hat Gott den gesamten Einsatz gesegnet. Viele Einwohner haben zu Jesus gefunden und es entstand ein Hauskreis. Mittlerweile konnte OM ein Kirchenzelt mit Bestuhlung errichten, das zu 100 Prozent durch Spenden aus Lesotho und Südafrika finanziert wurde. 

 

Kurzeinsätze 
Seit 2012 unterstützen über 40 internationale und nationale Teams durch Kurzeinsätze zwischen fünf Tagen und drei Monaten die Arbeit vor Ort. Ziel ist es, Brücken für ein besseres Verständnis zwischen den Kulturen zu bauen, damit kleine und große Projekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit realisiert werden, und durch Fragen & Antworten-Kurse langfristig Gemeinden entstehen können. OM Lesotho sieht hier ein enormes Potenzial! Durch diese Einsätze sind viele Beziehungen entstanden. OM-Mitarbeiter helfen den Basotho dort, wo sie helfen können, und nicht selten entstehen tiefe Freundschaften.

Fragen & Antworten-Kurse 
Durch die starke christlich religiöse Prägung Lesothos war es für OM in manchen Dörfern des sehr traditionell konservativen Nordens einfach, mit den Menschen über Gott und den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. Auch wenn zu Anfang viel Skepsis zu spüren war, ist das Konzept nach vielen Monaten aufgegangen. Die Einwohner und OM-Mitarbeiter treffen sich an einem neutralen Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Jeder, der möchte, kann dazu kommen, Fragen stellen oder einfach stiller Beobachter bleiben. An diesem Treffpunkt können alle Fragen zur Bibel und zum Glauben gestellt werden. Die Fragen & Antworten-Kurse bieten den Basotho eine neue Form der Zusammenkunft, die eine ganzheitliche Veränderung bringt. Gemeinsames Gebet, Essen und das Studieren der Bibel bringen alle näher zusammen. Bis zu 50 Teilnehmer kommen zu einem solchen Treffen. „Diese hohe Zahl zeigt den Hunger nach echter geistlicher Nahrung und Frieden für die eigene Seele. Gott wirkt!“, bekräftigt Stephan Schmidt. 

Entwicklungszusammenarbeit 
Lesotho wurde 1966 in seine Unabhängigkeit entlassen. Durch die geografische Lage und die damit verbundenen klimatischen Bedingungen verpasste Lesotho den wirtschaftlichen Aufschwung. Weitere Faktoren dafür sind die extrem hohe Korruption und die politische Unsicherheit. Des Weiteren gibt es in Lesotho eine der weltweit höchsten Erkrankungsraten an HIV und Aids sowie Tuberkulose. Nicht zuletzt lässt die hohe Arbeitslosensrate von fast 30 Prozent die meisten Basotho unter der Armutsgrenze leben. Durch eine gute solide Ausbildung zur Näherin oder zum Schreiner möchte OM Lesotho diesem Trend etwas entgegensetzen und den Basotho ihren Selbstwert und ihre Menschenwürde zurückgeben. Somit können beispielsweise Särge zu fairen Preisen in Lesotho hergestellt und verkauft werden. Die Schuldenfalle wird somit massiv zurückgefahren. Doch hier hört die Entwicklungszusammenarbeit nicht auf!

Das Berufsbildungszentrum 
Um die extreme Armut Lesothos zu bekämpfen sowie Herzen und Türen der Bevölkerung für das Evangelium zu öffnen, ist das OM-Team vor Ort auf verschiedene Art und Weise an Entwicklungsprojekten beteiligt: Schulung in alternativem Ackerbau, Ausbildung von Lehrerinnen, Aufbau einer Krankenstation und die Ausbildung in einem Handwerksberuf sollen die Lebensbedingungen der Basotho verbessern. Der regionale Gebietsälteste, der für den gesamten Distrikt Moteng zuständig ist, unterstützt das OM-Team aktiv beim Aufbau eines Ausbildungszentrums. Es gibt eine breite Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung. So ist unter ihnen die Entstehung des in der Nähe gelegenen Schulzentrums ein großes Thema, was wiederum das Interesse bei den angehenden Schülern und Auszubildenden weckt. Die langfristige Herausforderung in der Entwicklungszusammenarbeit liegt darin, die Hilfeempfänger nicht von einer Organisation abhängig zu machen. Die Mitarbeiter wollen sie jedoch zur Selbstversorgung ermutigen und ausrüsten, um eine gesunde Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum zu erreichen. Durch eine Handwerksausbildung können zukünftige einheimische Mitarbeiter des OM-Teams und auch bedürftige Dorfbewohner sich und ihren Familien ein Einkommen erarbeiten. Das hilft, die Lebensbedingungen auf ein menschenwürdiges Niveau anzuheben.

Seien Sie dabei und unterstützen Sie dieses Projekt durch Ihr Gebet, eine Spende oder machen Sie selbst einen Kurzeinsatz in Lesotho!

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