Rohingya Flüchtlingskrise

Dieses englische Video von OM International beschreibt die Situation und wie OM hilft.

 

Die vergessene Krise?

Das Militär hat unsere Kinder getötet. Sie haben unsere Mütter vergewaltigt und unsere Dörfer verbrannt. Wir konnten sie einfach nicht beschützen. Wir konnten sie nicht retten! Wir mussten unser Dorf verlassen.

Diesen Augenzeugenbericht hören OM-Mitarbeiter von Jarbair, einem 24-jährigen Rohingya-Flüchtling aus Myanmar, den das OM-Team im Zelt seiner Familie trifft. Jarbair studierte im ersten Jahr Geographie und wollte Lehrer werden, bevor er und seine Familie aus Myanmar nach Bangladesch fliehen mussten. Seit zwei Monaten lebt die Familie nun im Flüchtlingslager. Sie finden keine Arbeit und wissen nicht, wie es weitergehen soll.

„Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Kinder gefangen und auf der Stelle verbrannt wurden“, erzählt Jarbair weiter. „Eines der Dörfer wurde eingekesselt und die fliehende Bevölkerung wurde gefangen genommen.“ Als Jarbair und seine Familie flohen, sahen sie überall im Boden tiefe Löcher, die mit toten Körpern gefüllt waren. Diese und ähnliche Schilderungen der Situation aus Myanmar hören die OM-Mitarbeiter in vielen Gesprächen.

Finden Sie die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten der Krise auf der folgenden PDF.

Seit Jahrzehnten ist der Alltag der Rohingya in Myanmar durch Unterdrückung, Gewalt und Ausgrenzung geprägt. Da das überwiegend buddhistisch orientierte Myanmar die muslimische Minderheit der Rohingya nicht akzeptiert, sind fast 1,5 Millionen Rohingya in den vergangenen Jahren in die umliegenden Länder geflohen. Laut UN findet vor Ort momentan eine ethnische Säuberung statt, deren Höhepunkt Ende August 2017 erreicht wurde. Seitdem suchen weit über 600 000 Menschen, darunter rund 320 000 Kinder, Schutz im benachbarten Bangladesch. 

Eine Ende November unterzeichnete Absichtserklärung wird von internationaler Seite mit großer Skepsis gesehen. Beobachter der UN glauben nicht an eine freiwillige Rückkehr der Rohingya, da ihre Dörfer und Siedlungen systematisch zerstört wurden. Somit sind die Flüchtlinge weiter in einer hoffnungslosen Situation und ohne echte Existenzmöglichkeit in ihrer Heimat. Ihre mögliche Rückkehr wird ein langer und zäher Prozess werden. OM möchte in dieser Situation langfristig helfen.

Seit Monaten entstehen im gesamten Grenzgebiet zu Myanmar Flüchtlingslager, starke Monsunregen erschwerte Anfangs die Bedingungen. Unter widrigen Umständen müssen die Rohingya überleben. Zusätzlich mangelt es an sanitären Einrichtungen und die Seuchengefahr nimmt zu. Das betroffene Gebiet ist gleichzeitig der ärmste Teil Bangladeschs, doch unterstützt die Regierung die Hilfsmaßnahmen.

                                                        OM HILFT! HELFEN SIE MIT!

OM ist seit Mitte Oktober vor Ort und erfasst die Situation in Zusammenarbeit mit einer einheimischen Partnerorganisation, welche vor Ort die Hilfsmaßnahmen koordiniert und durchführt. Gemeinsam werden kinderfreundliche Zonen in den Flüchtlingslagern eingerichtet. Dort können die Kinder in aller Ruhe spielen und bekommen Hilfe, um das erlebte Trauma zu verarbeiten. Auch ihre Eltern werden durch geschulte Mitarbeiter beim Prozess der Traumabewältigung begleitet. Schwere Fälle können an ein intensives Traumaseelsorge-Programm verwiesen werden. Die kinderfreundlichen Zonen geben den OM-Mitarbeitern zusätzlich die Möglichkeit, etwaige Vergewaltigungen und Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Je eher diese Symptome identifiziert werden, desto schneller kann das Netzwerk der verschiedenen Hilfsorganisationen aktiv werden. Als weitere Ergänzung werden sichere, speziell für Frauen und Kinder bestimmte sanitäre Einrichtungen aufgebaut. Hier können weibliche Flüchtlinge in einem würdigen Rahmen duschen und auf Toilette gehen. Aufgrund des kulturellen Hintergrundes und der nötigen Privatsphäre sind Waschplätze für Frauen essenziell in ihrem Alltag. Das Angebot der Partnerorganisation in Zusammenarbeit mit OM beinhaltet auch Schulungen im Bereich der Hygiene und Gesundheitspflege. Des Weiteren werden Küchenutensilien, Hygienepakete, Decken und Moskitonetze an die Flüchtlinge verteilt.

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* Wir behalten uns vor, die von Ihnen gespendeten Gelder an die sich entwickelnden Notsituation unter den Flüchtlingen in Bangladesch anzupassen. Dies kann beispielsweise ein Engpass im Verteilen von Notunterkünften sein. OM würde in diesem Fall die Gelder für diesen Zweck einsetzten. Der Grund dafür ist die sich täglich verändernde Situation in den Flüchtlingslagern. Vielen Dank für Ihr Verständnis.