Die verändernde Kraft der Kunst

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Als Bill Drake 2008 mit seiner Band auf Tour in Aserbaidschan war, kniete er, gebrochen vor dem Herrn, nach einem erfolgreichen Konzert auf dem Boden. Er legte seine Karriere als erfolgreicher Musiker und Performer zu Gottes Füßen – er opferte sie, um auf andere Weise zum Wachstum von Gottes Reich  beizutragen. Bill wusste, dass Gott dieses Opfer annehmen und eine Bewegung daraus machen würde, die seine Vorstellungen bei Weitem übertraf.

Vier Monate später arbeitete Bill die Gründungscharta von OM Arts International aus – gemeinsam mit anderen Künstlern, die eine ähnliche Vision hatten, Kunst für die Mission zu nutzen. Was 2009 mit einer Handvoll von Künstlern begonnen hatte, hat sich zu einem Team von 40 Künstlern entwickelt, die mit einem wachsenden Netzwerk von Künstlern und Projekten in 24 Ländern zusammenarbeiten. In den vergangenen vier Jahren hat OM Arts 517 Künstler in 95 Kurzeinsätze in 30 verschiedene Länder ausgesandt, 118 Künstler zu Missionaren ausgebildet und 110 000 Menschen mit dem Evangelium erreicht.

Künstler für Kurz- und Langzeitmission ausrüsten

Das OM Arts Incarnate Programm, eine Idee von Mat Carson, dem Leiter des Trainingsbereiches von OM Arts, begann 2012 mit dem Wunsch, Künstler mit einem Jüngerschaftstraining vorzubereiten, bevor man sie auf einen Einsatz schickte. In dem 16-wöchigen ganzheitlichen Programm erhalten Teilnehmer künstlerisches und geistliches Mentoring, lernen in akademischen Kursen mehr über Gott, finden heraus, welche Rolle sie in seiner Geschichte spielen und wie sie als Künstler mit den Geschichten anderer Menschen interagieren können. Die ersten zwölf Wochen verbringen die Teilnehmer gemeinsam, die letzten vier Wochen in einem praxisorientierten Einsatz.

„Incarnate ist kein Kunst-Trainings-Programm, es ist ein Künstler-Verwandlungs-Programm”, sagt Bill. „Wir wollen sehen, wie veränderte Künstler Leben und Gesellschaften verändern. Die Lehrinhalte geben dem, was wir tun, biblische, geistliche und kreative Strukturen.“

In seinem kurzen Bestehen hat Incarnate bereits reiche Frucht hervorgebracht. Einige Teilnehmer sind Experten auf ihrem Gebiet geworden – ein vollberufstätiger bildender Künstler wurde als Mitarbeiter nach Belgien ausgesandt und auch in Italien und Costa Rica begann einen Kunst-Arbeitsbereich.

Als die Costa Ricanerin Susanna Rodriquez an Incarnate 2014 teilnahm, ließ Gott ihre Langzeit-Vision wieder aufleben – ein Tanzstudio zu eröffnen, um Gott in ihrem Heimatland die Ehre zu geben. Nach ihrer Rückkehr nach Costa Rica rief sie 20 kreative Freunde und frühere Arbeitskollegen an, um ihnen mitzuteilen, was sie gelernt hatte. Sie würde mit OM Arts arbeiten und fügte hinzu: „Ich möchte, dass du ein Teil davon bist.“

Zehn der 20 verpflichteten sich dazu, ihr mit der Unterstützung von OM Arts dabei zu helfen, die Tanzakademie Sabik** zu gründen. Sie und ihr kleines Team arbeiten wöchentliche mit 70 Schülern jeder Altersgruppe und bieten zehn verschiedene Tanzkurse an, von Zumba® über Hip-Hop bis hin zu Ballett. Sie geben Zeugnis, treten gemeinsam auf und laden die Schüler zu Bibelstudiengruppen ein. „Ich möchte mehrere Studios für Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst haben. Ich stelle mir einen Ort vor, an dem Menschen aus ganz Lateinamerika durch den Gebrauch von Kunst christliches Training und Jüngerschaft erhalten können. Ich stelle mir etwas Großes vor, weil ich einem großen Gott diene!“, sagt Susanna.

Kulturelle Lücken schließen

Die Teams von OM Arts berühren ihr Publikum weltweit auf verschiedene Weisen. Live-Straßenmusik zieht Menschen an, Tänzer bieten vollwertige Unterhaltung, Maler wecken öffentliches Interesse. Wenn Künstler erst einmal das Herz eines Suchenden berührt haben, öffnet sich eine Tür, die ihnen die Möglichkeit gibt, zu erzählen, was sie da tun, was der Text eines Liedes bedeutet, warum Tänzer Gott ehren wollen und was ein Gemälde ausdrückt. „Kunst hat eine solche Macht, weil Menschen es gewohnt sind, durch Kunst zu kommunizieren. Sie respektieren Kunst und bewundern Kunst. Wenn ein Künstler Kunst ins Ausland bringt, erregt er damit Aufmerksamkeit. Die kulturelle Lücke zu schließen ist absolut entscheidend, um das Evangelium weiterzugeben. Einer der effektivsten, strategischsten Wege, das zu erreichen, führt über die Kunst“, erklärt Bill.

Heart Sounds International (HSI), eine OM Arts-Arbeit die Frank Fortunato begann, strebt danach, kulturelle Lücken zu schließen, indem sie mit Gemeinschaften arbeitet, um indigene Ausdrucksweisen authentischen christlichen Lobpreises durch das Schreiben von Liedern und Musikaufnahmen zu entwickeln. Im Februar 2016 sendete HSI eine Gruppe von Ethnomusikwissenschaftlern (Studenten der Musik in ihrem kulturellen Kontext) aus, um einer Gruppe nordafrikanischer Sänger und einem von nur wenigen bekannten sudanesisch-nubischen Gläubigen dabei zu helfen, ein Lobpreislied in der nubischen Sprache zu schreiben. Viele der Nordafrikaner hatten vor dem Projekt noch nie mit einem Nubier interagiert. „Als Außenstehende haben wir eine Brücke zwischen diesen beiden Menschengruppen gebaut“, meint Kelly*, die das Team leitete. „Wir haben Musik als Werkzeug genutzt, um Beziehungen zu bauen.“ Die Ethnomusikwissenschaftler arbeiteten mit dem nubischen Gläubigen, den nordafrikanischen Sängern und säkularen nubischen Sängern, um den ersten Entwurf eines Lobpreisliedes in der nubischen Sprache und im dazu passsenden traditionellen Musikstil zu kreieren.

„Dieses Projekt war eine große Ermutigung für den nubischen Gläubigen”, sagt Kelly. „Diese Möglichkeit, Gott am eigenen Volk arbeiten zu sehen, ist wirklich aufregend.“ Durch das Projekt entwickelten die Nordafrikaner und die sudanesischen Nubier eine enge Beziehung, die auch weiterhin halten wird.

Unser kreativer Gott

„Die Kunst kann verändern”, meint Bill. „Sie gibt uns die Möglichkeit, Dinge anders zu sehen und daraufhin unser Denken und Verhalten zu modifizieren. Unser kreativer Gott hat in seinem Wort der Kunst verändernde Kraft verliehen, um sein Herz auszudrücken, seine Wahrheit und seinen erlösenden Heilsplan für die Menschen. Die Künste reflektieren die volle Breite und Schönheit des Lebens in Fülle im Hier und Jetzt. Lasst uns das voller Begeisterung annehmen! Wir werden besser darauf vorbereitet sein, eines Tages direkt in seine wunderschönen Augen zu blicken und dem göttlichen Künstler von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen.“

** Sabik ist ein Wort in Tagalog, das einen aufrichtigen Wunsch ausdrückt, nach etwas zu streben und voller Begeisterung zu sein.

Janet Weber aus den USA arbeitet seit 2008 zuerst in England und Deutschland als Autorin und Editorin. Es liegt ihr am Herzen, junge Autoren und Fotografen in ihren von Gott anvertrauten Fähigkeiten für die Mission zu fördern. Gegenwärtig arbeitet sie als internationale Kommunikationsleiterin. Sie lebt mit ihrem deutschen Ehemann wieder in den USA

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