Kleinstunternehmen sind christlicher Dienst

Alle Artikel zu 60 Jahre OM

Als ehemaliger Sowjetstaat war es dem kleinen und heruntergehandelten Land Moldawien 70 Jahre lang verboten, Privatwirtschaft zu betreiben. Das führte in manchen Städten zu einer Arbeitslosigkeitsrate von bis 80 Prozent, einer Welle von Alkoholismus, dem Aussetzen von Kindern und einer starken Ausbeutung von Waisenkindern (die Nation liegt auf Platz 6 des weltweiten Menschenhandelsindex). Doch Gott hat die Menschen dort nicht vergessen – genauso wenig wie OM.

Im Jahr 2006 hielt OM Business for Transformation (B4T, Unternehmen für Veränderung), ein intensives Geschäftsseminar, welches die Entwicklung eines Unternehmenskonzepts von jedem Teilnehmer umfasste sowie ein Gründungsdarlehen für diejenigen beinhielt, die die Anforderungen der Investoren erfüllten.

Mihael, ein Landwirt, nutze sein Darlehen um diverse Gewächshäuser zu errichten. Als einer der wenigen im Land, der bestimmte Feldfrüchte auch im Winter ernten kann, konnte Mihael sein Unternehmen expandieren, zusätzliche Mitarbeiter einstellen und in das Projekt zurückinvestieren, das all dies möglich gemacht hatte.

„Als Christ ist es mein Ziel, für Gott zu arbeiten”, sagt er. „Ich glaube, dass man das durch seine normale Arbeit und sein Geld tun kann. Mein Traum ist es, eines  Tages mit dem Geld, das ich durch mein Unternehmen verdiene, in die Verbreitung des Evangeliums zu investieren.“

An anderen Orten in der Welt gibt OM den Armen und Vergessenen auf anderen Wegen die Möglichkeit, ein fruchtbares Leben aufzubauen. In der Talamanca-Region von Costa Rica entwickelte OM ein Wohnprojekt für die Cabecar-Menschen, eine der wenigen verbleibenden einheimischen Gruppen in Zentralamerika, die eine präkolumbianische Sprache sprechen.

Da Talamanca in einem indigenen Reservat in den abgelegenen Bergen des Landes liegt, werden die Cabecar meist nicht beachtet und haben begrenzten Zugang zu Wasser, Essen und Gesundheitsversorgung. Jedes von OM gebaute Holzhaus investiert über seine viermonatige Bauzeit 10.500 Euro vor Ort – mittlerweile sind bereits vier Häuser fertiggestellt worden. Eines davon ist nun das Zuhause von Angela und ihren vier Kinder mit Behinderung und gibt der Familie die Möglichkeit, ihr Leben von einer soliden Grundlage aus zu gestalten. Ihr Haus wurde behindertenfreundlich ausgestattet, mit Behindertenzugang und einem Rollstuhl für ihre Kinder, die nun nicht mehr Tag für Tag vom dreckigen Boden aus zu anderen Menschen aufblicken müssen.

In Sambia unterstützt die Tabitha-Initiative, die von der Freedom-Challenge-Mission von OM finanziert wird, gefährdete Frauen durch die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen. Teilnehmer erhalten elementares Training in einem vorgegebenen Handwerk wie beispielsweise in der Herstellung von handgemachtem Schmuck oder Kleidung. In der zweiten Phase lernen sie, dem ‚Business Expense Savings Training‘ (Training für geschäftliche Einsparungsmöglichkeiten) Grundsätze für die Führung eines Unternehmens kennen. In der Endphase erhält jede Teilnehmerin ein kleines Darlehen von 40 Kwacha (umgerechnet etwa vier Euro) und wird dazu aufgefordert, eine gewinnorientierte kreative Geschäftsidee auf der Grundlage dieses geringen Betrages zu entwickeln.

Wer wie Monica Sorgfalt im Projekt zeigt, darf einen Geschäftsvorschlag machen, der eine größere Summe erfordert. Sie hat einen Betrieb der Hühnerzucht eröffnet und kann nun die Ausbildung ihrer Tochter finanzieren. Monicas Tipp für angehende Unternehmer? „Du kannst kein Unternehmen ohne ausreichend Vorbereitungen gründen!“ So simpel dieser Grundsatz sein mag, so sehr hat doch das sorgfältige Üben die Leben und Wertevorstellungen der Frauen verändert. Ein OM-Mitarbeiter stellte fest: „Sie haben nun ein bestimmtes Vertrauen in sich selbst, eine Haltung die nicht da war, bevor sie mit dem Programm begonnen haben. Und diese innere Verwandlung zu sehen, ist genauso lohnenswert wie die Veränderung ihrer äußeren Umstände.“

Dasselbe konnte man über die Teilnehmer eines OM-Programms für Computerkenntnisse sagen. In Bangladesch kämpfen 47 Prozent der Universitätsabsolventen gegen die entmutigende Arbeitslosigkeit. Einer von ihnen, ein junger Mann namens Gobal, arbeitete hart, um seinen Universitätsabschluss zu machen. Allerdings konnte er keinen anständig zahlenden Job finden, der mit seinen Referenzen übereinstimmte – zumindest nicht einen, der nicht zusätzlich auch Computerkenntnisse voraussetzte. Nachdem er den dreimonatigen Trainingskurs von OM beendet hatte, stellte eine Firma ihn für eine komplett computergestützte Position ein.

„Ich bin so dankbar”, sagt Gobal. „Jetzt kann ich meine Familie unterstützen und bin nicht länger eine Last für sie. Danke OM, für diese drei wunderbaren Monate Training.“

Patrick Wood, geboren und aufgewachsen im Missionsfeld in Südamerika, arbeitet als Autor und Inhalts-Verwalter für OM USA. Er lebt im Großraum von Atlanta und hat eine Leidenschaft für Langstreckenlauf, Bücher, Fernsehen, Koffein und Essen.

Alle Artikel zu 60 Jahre OM