Moderne Technologie zur Verbreitung der Guten Nachricht

Alle Artikel zu 60 Jahre OM

Wenn wir den Begriff digitale Pioniere hören, denken wir wohl eher an Geschäftsideen im Silicon Valley als an Gemeindegründungen im Jesreeltal. Aber auch gewöhnliche Missionsorganisationen müssen sich nun nach etwa 60 Jahren Arbeit den modernen Begebenheiten anpassen. Wenn die am wenigsten Erreichten erreicht werden sollen, muss auch OM, um die Arbeit effizienter zu machen, neue Technologien einsetzen – Byte für Byte.

Hörbibeln predigen „sich selbst“

Wie werden sie nun den anrufen, an welchen sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne einen Prediger? Römer 10,14

An Paulus‘ Logik im Römerbrief gibt es nichts zu rütteln und Christen haben sich über Jahrhunderte an dieses Prinzip gehalten. Ganze Missionsorganisationen haben sich ausschließlich der Aufgabe gewidmet, die Bibel in Hunderte von Sprachen zu übersetzen. Für viele Menschen besteht das Problem aber nicht darin, dass sie keine Bibel in ihrer Sprache haben, sondern, dass sie in einer Form geschrieben ist, die sie nicht verstehen.

Ein Beispiel ist der muslimische Stamm der Yao in Malawi. Viele Yao können nicht lesen. Bis zum Jahr 2015 gab es weder eine geschriebene, noch eine gesprochene Bibel in ihrer Sprache chiYao. Heute jedoch können sie die ganze Bibel als Hörbuch hören.

In den ersten sieben Monaten im Jahr 2016 verteilten OMTeams 297 solarbetriebene Hörbibeln (AudiBibles). Von jedem Empfänger wird erwartet, dass er eine Bibelhörgruppe bildet, die sich wöchentlich zum Hören von Gottes Wort trifft.

Nach einer Erklärung baute Shadrick im März 2016 eine Bibelhörgruppe mit 14 Teilnehmenden auf. Mary*, eine Muslimin, die mit einem Scheich verheiratet ist, wollte auch daran teilnehmen, was aber bei Shadrick zunächst auf Vorbehalte stieß. „Ich fühlte mich leer“, sagte Mary. „Ich brauchte mehr. Ich wollte, dass Gott mein Leben verändert.

Nach nur zwei Monaten AudiBible hören, lud Mary Jesus in ihr Leben ein. Sie geht zwar weiterhin in die Moschee, denn sie will keinen Ärger mit ihren Nachbarn, doch ihr größter Wunsch ist es, in eine Kirche zu gehen. „Sie verändert ihr Leben langsam, Schritt für Schritt“, sagt Shadrick. „In einer Gemeinschaft, wo Kultur und Religion so eng miteinander verwoben sind, ist es nicht klug, zu schnell zu viel verändern zu wollen.“

„Die AudiBible ist ein echter Prediger“, sagt Fred Phiri, einer der AudiBible-Ausbilder. „Sie fügt nichts dazu, nimmt nichts weg – sie gibt die ganze Wahrheit weiter: Sie predigt sich selbst.“

Ein kleines Gerät mit großer Wirkung

Smartphones findet man in den unwahrscheinlichsten Orten, sie verbinden Menschen. Egal, ob du stundenlang auf einer Dreckpiste in Afrika fährst oder tagelang im Himalaya wanderst – am Ende deiner Reise wirst du dieses Gerät mit seinem kleinen Bildschirm antreffen!

Während eines dreiwöchigen Einsatzes im Oktober 2015 reiste das OM-Team mehrere Tage mit einem Bus in einen entfernten Distrikt in Südasien. Diese Region im Himalaya ist bekannt für ihr zerklüftetes, dünnbesiedeltes Gelände. In der ganzen 3535 km2 großen Gegend gibt es gerade mal 9670 Haushalte und nur 113 uns bekannte Jesus-Nachfolger.

„Wir möchten, dass jeder Haushalt in diesem Gebiet ein Neues Testament bekommt“, sagt Matthew*, ein OM-Mitarbeiter. „Wir hoffen, dass die Menschen hier zum Glauben an Jesus als ihren Retter finden, wenn sie Gottes Wort hören.“

Das Team verteilte mehr als 2500 Neue Testamente zusammen mit Mini-SD-Karten. Die Mini-SD-Karten, die in viele Smartphones passen, enthalten Tonaufnahmen des Neuen Testaments in der dortigen Sprache. Auf diesen SD-Karten befindet sich auch das Buch God‘s Promises (Gottes Verheißungen).

Wenn man bedenkt, wie schwierig das Gelände im Himalaya ist, merkt man, wieviel praktischer es ist, anstelle von gedrucktem Material so eine SD-Karte zu verteilen. Oft scheint das Verteilen dieser Karten eine kleine Geste, aber es ist unglaublich, wie sich die Menschen freuen, wenn sie eine davon erhalten. Ein Mann blieb bis Mitternacht auf, um die Gute Nachricht in seiner Sprache zu hören. Dann fragte er, ob er eine eigene Karte haben dürfe, die er nach Hause mitnehmen könnte – er wolle dort weiterhören.

Mobile App

Als Ted* und Jennifer* nach Nordafrika kamen, arbeiteten sie für eine Organisation, welche die Bibel übersetzt. „Zuerst wollten die Menschen die Bibel in ihrem eigenen Dialekt nicht lesen, da sie sich an die arabische Übersetzung gewöhnt hatten“, erzählt Jennifer.

Viele Jahre arbeitete das Ehepaar treu daran, die Übersetzung zum Erfolg zu führen. Schließlich übergaben sie die Arbeit anderen, die genauso hart an der Einführung arbeiteten. Kurz bevor Jennifer und Ted nach 20 Jahren Arbeit Nordafrika verließen, kam der Durchbruch.

Seit mehreren Tagen versuchten zwei Männer die traditionelle arabische Bibel zu verstehen, als ihnen jemand die Bibel als Smartphone-App in ihrem Lokaldialekt vorstellte. Für die nächste halbe Stunde konzentrierten sie sich ganz auf die App. Sie ließen sich durch niemanden mehr beim Lesen stören.

„Jetzt erreicht die Gute Nachricht die Menschen, genauso wie wir das erhofft hatten“, erzählt Jennifer. „Es ist aufregend, das Land im Wissen zu verlassen, dass unsere harte Arbeit Früchte trägt. Vermutlich gehören die meisten der Hörer noch nicht zu den Nachfolgern von Jesus. Doch sie haben nun die Gelegenheit, von Jesus zu hören, zu verstehen und hoffentlich zum Glauben zu kommen.“

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