Technische Kenntnisse sind von Vorteil ...

... die passende Muttersprache ist optional!

Vor Kurzem begann eine im Oktober 2015 gegründete Partnerorganisation von OM, für die rund 360 Millionen Muttersprachler in Pakistan und der Diaspora qualitative Programme auf Urdu auszustrahlen. Darüber hinaus möchte diese Partnerorganisation jeden trainieren, der Interesse daran hat, mit Übertragungen und Videobearbeitung zu arbeiten und den gleichen Glauben hat.

Die Leiter waren hocherfreut, als Patrick* aus Deutschland sich ihnen anschloss. Patrick hatte ursprünglich nicht geplant, in dieser neuen Arbeit zu arbeiten, aber Gott hatte offensichtlich andere Pläne mit ihm.

„Nachdem ich die Schule beendet hatte, wollte ich eigentlich zurück nach Nepal gehen, wo meine Eltern viele Jahre gelebt und gearbeitet hatten. Es war ein Traum von mir“, erklärt Patrick. „Mein Plan war es, dort im Bereich Kommunikation zu arbeiten, aber die nationale Einstellung gegenüber Christen machte es mir extrem schwierig, ein Visum zu erhalten. Dann hörte ich von einem christlichen Fernsehsender, der in Europa nach neuen Mitarbeitern suchte. Das schien zu meiner Ausbildung zu passen: Ich hatte in einer fachbezogenen Schule in Deutschland Grafikdesign studiert.

Ich wusste schon vor meinem Eintreffen in den Büros im Oktober 2016, dass es nicht genug Arbeit geben würde, um mich ganztägig beschäftigt zu halten. Da der Sender aber Verbindungen zu einer Urdusprachigen Ausstrahlungsorganisation hatte, konnte ich an ein paar Tagen in der Woche freiwillig dort mitarbeiten. Der Manager sagte zu mir: ‚Wir haben lange dafür gebetet, dass jemand kommt und uns hilft; du bist die Antwort auf unsere Gebete!‘ Das hat mich wirklich demütig gemacht.“

Patrick begann, technische Kenntnisse für das Streamen und Bearbeiten von Liveübertragungen zu erlernen. Manchmal hatte er das Gefühl, dass er niemals wirklich gut darin werden würde; dann entdeckte er, wie viel Spaß ihm das Bearbeiten machte – die technischen Anforderungen, gute verbale und visuelle Qualitäten zu verbinden um die Beziehung des Programmes zu seinem Publikum zu verbessern. „Es war ziemlich hilfreich, all die Grafikdesign-Kenntnisse zu haben: Ich war dankbar, dass ich diese in der Schule erlernt hatte, weil sie mir dabei halfen, viele Dinge bezüglich der Videos zu verstehen. Ich hatte all die Anwendungen bereits auf meinem Computer und hatte sie auch schon ausprobiert, inklusive einer App, die ich nun täglich nutze!“

„Sind die Anlagen erst mal fertiggestellt und laufen normal, ermöglicht uns das wöchentliche Liveübertragungen – und dann wird jeder genau sehen, was ich mache!“, lacht er. „Das wird mich persönlich sehr fordern: Wenn die Übertragung einmal live ist, kann man nichts mehr verändern, man kann nichts mehr einstellen, alles muss perfekt sein!“

Patricks Herausforderungen beschränken sich nicht nur auf das Bemühen um technische Genauigkeit. Er arbeitet außerdem in einer Sprache, die er selbst nicht spricht! Obwohl er angefangen hatte, Nepali zu lernen, eine Sprache die einige Ähnlichkeiten zu Urdu aufweist, ist er oft unsicher, was genau die Moderatoren gerade diskutieren und weiß nicht genau, wann er die Kameras zwischen ihnen und den Gästen wechseln soll oder wie er den richtigen Zeitpunkt in bereits aufgenommenen Programmen abpasst. Patricks Lernkurve beinhaltete auch das Erlernen der richtigen Reaktion, als die Studiozeit zu Ende ging und der Moderator seine Armbanduhr abnehmen musste, um seine Schlussbemerkungen zeitlich anzupassen. Patrick konnte ihm nicht auf die Sprünge helfen, da er selbst nicht genau wusste, welche Stelle der Vortragende in seinem Skript erreicht hatte!

Dass Patrick seine Kurzeinsatzmöglichkeit genießt, ist nicht zu übersehen. „Die ganze Situation brachte eine große Veränderung: Beruf, Ort, Organisation, Sprache, Kultur – alles. Meine Arbeit hat zu mehr Verantwortung geführt, als ich erwartet hatte – es gibt eine große Anzahl von Entscheidungen, die auf meinen Schultern lasten, was nicht einfach für jemanden wäre, der gerade frisch aus der Schule kommt. Ich muss mich um all die Umstellungen und Datensicherungen kümmern. Mit zwei Organisationen gleichzeitig zu arbeiten hat den Vorteil, dass ich von einem etablierten, größeren Basisteam lernen kann und das Gelernte dann bei einem jüngeren, kleineren Betrieb ausprobieren kann. Entweder du wächst oder scheiterst an dieser Herausforderung! Ich sammele so auf jeden Fall mehr Berufserfahrung.“

Patrick glaubt, dass seine Arbeit mit diesem neuen Projekt im Bereich Videoübertragung ihn geistlich gefördert hat. „Nach Nepal zu gehen, wäre ein bisschen so gewesen, als würde ich meine Träume verwirklichen, weil ich schon immer zurück nach Nepal gehen wollte. Ich sagte immer, ich wollte es für Gott tun, aber ich denke ich hätte es auch ein kleines bisschen für mich selbst getan. Aber als ich nach Europa kam, und mir Leute sagten, dass ich die Antwort auf ihre Gebete sei, dachte ich: ‚Na gut! Das könnte wirklich das sein, was Gott möchte‘. Und das hat mich dazu herausgefordert, ihm mehr zu vertrauen.“

Auf die Frage, was er zu jemandem sagen würde, der überlegt, derselben Partnerorganisation beizutreten, meint Patrick: „Jeder sollte das tun!”, denn es ist eine lebensverändernde Erfahrung. Eines ist klar: Gott wird Menschen auf mehrere Arten gebrauchen, als sie jemals zu träumen gewagt hätten, wenn sie sich für ihn auf den Weg machen und das Resultat ihm anvertrauen.

*Name geändert

Mehr Informationen zu Individualeinsätzen, die entsprechend den zeitlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen des Einsatzteilnehmers zusammengestellt werden, gibt’s hier.