Tragfähige Lösungen für Missionsarbeit

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Jahrelang hat der Globale Norden für den Hauptanteil der Unterstützung – Gelder und Menschen – gesorgt, und der Globale Süden[1] war der Empfänger. Aber nun, da die Gemeinde Gottes im Globalen Süden wächst, werden Orte, die einst Ziele der Mission waren, zu Startpositionen.

Wenn man missionarisch gesinnt ist, bedeutet das noch nicht, dass man sofort Missionare aussendet. Weil der Mangel an Geldmitteln viele Gemeinden im Globalen Süden daran hindert, Missionare auszusenden, braucht man neue Wege, Missionsarbeit finanziell zu unterstützen. Die Global South Initiative von OM – GSI - (Initiative für den Globalen Süden) ist ein Fünfjahresprojekt, begonnen im Jahr 2013. Es möchte die am wenigsten erreichten Völker dadurch erreichen, indem die Gemeinden des Globalen Südens durch ‚schlüsselfertige’ Geschäftsmodelle sowohl für das ganze Missionsfeld als auch für den einzelnen Missionar finanzielle tragfähige Lösungen aufbauen. Solch ein ‚Schlüsselfertig- Modell’ ist auf seinen Erfolg hin bereits getestet worden und vorgefertigt – man braucht eigentlich nur noch ‚den Schlüssel umzudrehen’, um zu beginnen.

Seit 2014 ist GSI in 38 Projekten involviert – mit direkter Auswirkung auf 60 Arbeitsbereiche von OM. Projekte, die derzeit laufen, umfassen biologischen Anbau in Asien, den Verkauf von Elektrizität im Nahen Osten, Vermietung von Erntemaschinen in Moldawien, Bau von Stadthäusern in Sambia und die Entwicklung des ‚Global Food Gardens’ in Deutschland. Bis etwa ins Jahr 2025 möchte GSI 7000 neue Missionare aus dem  Globalen Süden in 500 Gemeinschaften der am wenigsten Erreichten an der Arbeit sehen.

Anbau ohne Boden

Der ‚Global Food Garden’ (GFG), auch ‚die Blase’ genannt, wurde in Deutschland getestet, um Gemüse mit einem Minimum an Wasser und ohne Boden anzubauen. Möglich gemacht wird das durch das Aufhängen der Pflanzenwurzeln in der Luft und das Zuführen von Nährstoffen durch Besprühen. Da viele Gebiete auf der Erde nicht genug Wasser oder guten Erdboden oder auch beides nicht haben, bietet der GFG eine einzigartige Lösung und lässt dabei noch mehr Pflanzen auf kleinerem Raum wachsen.

Die erste ‚Blase’ wurde 2008 nach dem Erdbeben von Sichuan in China aufgebaut. Bald erwies sich das System als zu technisch und teuer, um leicht vervielfältigt zu werden. Also entwickelten und testeten OM-Teams kleinere Systeme. Cindy Shinabarger leitet das Hydroponik-Nachhaltigkeitsprojekt für das Team in den USA. Es hilft dort, wo stetige Stromversorgung ein Problem ist mit der Hydroponik-Technologie, die unabhängig vom Versorgungssystem und mit wenig technischem Aufwand funktioniert.

„Das System lässt Produkte an Stellen wachsen, wo der Erdboden keinen traditionellen Ackerbau erlaubt und wo geeignetes Wasser fehlt“, erklärt Cindy. „Die Einfachheit des Systems ist weltweit anwendbar. Dieselbe Technologie kann in einem kleinen System verwendet werden, um eine einzelne Familie zu ernähren, bis hin zum gewerbsmäßigem Gewächshaus, das die Ernte eines ganzen Feldes hergibt.“

Zurzeit arbeitet OM mit diesem Projekt in Ghana mit der Aguri-Gartenbau-Schule zusammen, um das System dort einzuführen. Die Schule wird ein Testbeet bauen, auf dem die Hydroponik-Technologie einen Probelauf machen kann und nach Bedarf Anpassungen vorgenommen werden können. Sobald die Schule erfolgreich Pflanzen gezüchtet hat, wird man Personen, die OM ausgewählt hat, anleiten, das System zu multiplizieren.

Sprache: Problem und Lösung

In Chile bemerkte OM, dass nicht nur ein Mangel an Geldmitteln Latinos davon abhielt, sich Missionsorganisationen anzuschließen, sondern dass es auch eine Sprachbarriere gab. Deshalb begann OM auf ihrem jährlichen intensiven Missionstrainingskurs auch Englischunterricht anzubieten.

„Als das Team lobende Stimmen von außenstehenden Anbietern zu sammeln begann, wurde es deutlich, dass es einen hohen Bedarf an Kursen auf unterer und mittlerer Stufe gab und dass solche Kurse finanziell einträglich sein könnten“, sagt Roshani Morton, der die Finanzentwicklung für OM in Lateinamerika leitet.

Durch die Gründung einer Sprachschule sprach OM sowohl die finanziellen als auch die sprachlichen Barrieren an. Die Sprach- und Kulturschule wurde im März 2016 auf dem OM-Standort in der Nähe der Universitäten und der Buslinien offiziell eröffnet. Durch qualifizierte Lehrer werden Spanisch- und Englischkurse unterrichtet und die Schule ist für Studenten, Kirchen und die Allgemeinheit offen. Die Kurse bieten alle Aspekte des Sprachelernens: Sprechen, Lesen, Schreiben und Verstehen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf mündlicher Kommunikation.

Da die Schule sich als Neugründung noch in ihrem ersten Jahr befindet, ist sie finanziell nicht unabhängig. Sobald sie Gewinn abwirft, wird die Schule für OM-Arbeitsbereiche, Fixkosten, Finanzreserven und missionarische Patenschaften Beiträge leisten.

Die Schule will durch qualifizierten Dienst und praktisches Aufzeigen der Liebe Jesu für die Studenten Gott ehren. „Durch die Sprachschule erreichen wir Ungläubige indirekt mit der Botschaft von Jesus“, sagte Amy Vierling, die Projektleiterin der Schule. „Missionslehrer schaffen durch ihr Ziel, eine Sprache zu lehren, Freundschaften zwischen Studenten und Lehrern. Durch diese echten Freundschaften ist es ihnen möglich, von ihrer Überzeugung und ihrem Glauben zu sprechen.“

Derzeit laufen drei Englischklassen: eine am Vormittag und zwei abends. Es werden mehr Lehrer für das Team benötigt, insbesondere zwei Englischlehrer und jemand, der eine Sprache wie Mandarin oder Arabisch unterrichtet, was den Gesamtauftrag von OM stützen würde, Missionare auszubilden, die zu den Unerreichten gehen können.

1 Der Globale Süden umschließt Mittel- und Südamerika, die Karibik, Osteuropa, den Nahen und Mittleren Osten, ganz Afrika, Zentralasien und das restliche Asien außer Singapur, Hongkong, Taiwan und Südkorea.

Rebecca Rempel ist Fotojournalistin und kommt aus Kanada. Sie arbeitet mit dem Kommunikationsteam von OM Afrika, reist durch Afrika, fotografiert und schreibt über die Arbeit, die Gott auf dem afrikanischen Kontinent tut.

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