2011 reiste Chris Insaidoo, Leiter von OM Ghana, in den Norden des Landes, um dort 10 000 Bibeln zu verteilen. Als das Team unterwegs eine Panne hatte, mussten sie das Auto samt Ladung zurücklassen, um Hilfe zu holen – eine schwierige Entscheidung, da die Einheimischen dort als Räuber gelten.

Als das Team 30 Minuten später zum Auto zurückkam, hatten Diebe alle Bibeln, zwei Pässe und den Laptop von Chris Insaidoo mitgenommen. „Diese Erfahrung bestätigte meinen Eindruck von den Fulbe“, erklärt Chris Insaidoo. „Dass man ihnen nicht trauen kann und ihnen nicht zu nahe kommen sollte.“

Die Fulbe sind ein überwiegend muslimisches nomadisches Volk, das aber heute zum größten Teil sesshaft ist. Sie bestehen aus 40 Millionen Menschen in 19 Nationen Westafrikas.

Chris Insaidoo kam 2014 ein weiteres Mal in Kontakt mit den Fulbe, als er ein Filmteam bei einer Dokumentation begleitete. Dort sahen sie, wie ein Fulbe ein etwa zwölfjähriges Fulbe-Mädchen entführte, um es mit seinem 15-jährigen Sohn zu verheiraten. „Mein Sohn braucht eine Frau, die ihm hilft, das Vieh zu versorgen“, begründete der Mann seine Tat.

Im selben Jahr begleitete Chris eine andere Organisation in das Gebiet der Fulbe. „Einige Fulbe kamen, um medizinische Hilfe zu bekommen“, erzählt Chris. „Doch die Einheimischen vertrieben sie. In diesem Moment fragte ich mich, was wir tun können, um diesen Menschen zu helfen.“

Chris entschied sich, ein weiteres Mal zu den Fulbe zu gehen, um ihnen kostenlose medizinische Versorgung zu gewährleisten. Als er das den Fulbe-Führern sagte, meinten diese: „Wenn du kommst, dann weißt du auch, dass wir Menschen sind.“ Chris hielt sein Versprechen und kam zurück.

„In dieser Zeit erkannte ich, dass sie ein Volk sind, das Gott liebt“, erklärt Chris. Mittlerweile arbeitet OM Ghana unter den Fulbe und wurde sogar von ihnen gebeten, eine Gemeinde unter den Fulbe zu gründen.
 

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