Erstaunliche Ereignisse entlang der Seidenstraße

Als Familie lebten Paul und Soon-Ok 15 Jahre in Ländern Südasiens, die für das Evangelium verschlossen sind. Dabei war ihnen die Zusammenarbeit in ihren Teams sehr wichtig: Sie waren aufeinander angewiesen, ließen einander bei theologischen Verschiedenheiten stehen und Gottes Liebe verband sie. Das spürten die Menschen in den krisengebeutelten Ländern.

„Ein Beispiel dafür ist mein Fahrer, der zu den Vereinten Nationen wechselte, weil er dort das Dreifache verdiente“, erzählt Paul. „Als ich ihn später wieder traf, fragte er mich: ‚Paul, kann ich wieder zu euch kommen? Wie ihr miteinander umgeht, ist so anders wie an meiner neuen Arbeitsstelle. Das Geld ist ja gut und schön. Doch ich möchte zu diesem Teamzusammenhalt zurück, den ihr gelebt habt.‘ Da haben wir gemerkt, wie wir als Team beobachtet werden und wie die Liebe für diese Menschen, die wir nicht selbst produzieren können, Frucht trägt.“

Wachsende Liebe für Muslime
Paul wuchs in Norddeutschland in einer traditionellen christlichen Familie auf. Durch seine Konfirmation fand er in die pietistisch geprägte Kirchengemeinde. Er lernte Maschinenschlosser sowie Maschinenbautechniker und brachte sich in der Kirchengemeinde ein. Er wollte die Zusammenhänge der Bibel mehr verstehen und besuchte deshalb 1985 für dreieinhalb Jahre die Bibelschule Beatenberg in der Schweiz. „Dort lernte ich durch wöchentliche Einsätze im Asylheim Muslime kennen und lieben. Ich erkannte, dass dies Gottes Platz ist, wo ich mein Leben einsetzen sollte“, bezeugt er. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, stieg Paul im Januar 1989 bei OM ein und ging nach Pakistan. Das einfache Leben dort, sich mit der Kultur und persischen Sprache auseinanderzusetzen, in einem multikulturellen Team zu arbeiten und regelmäßig Zeiten mit Gott zu verbringen, waren prägende Erfahrungen für ihn.

Menschen mit Behinderungen befähigen
Während dieser Zeit lernte Paul Soon-Ok aus Südkorea kennen. Als er im November 1990 nach Deutschland und in seinen Beruf zurückkehrte, besuchte er bald darauf diese junge Frau, die in England eine Bibelschule besuchte. Sie begannen eine Beziehung, heirateten 1991 und im Jahr darauf kam ihr Sohn zur Welt. Paul wechselte in eine Behindertenwerkstatt und leitete dort die Metallwerkstatt. 1995 kam die Anfrage von OM, nach Südasien zurückzukehren, um dort unter Menschen mit Behinderungen zu arbeiten.

„Als ich anfing, war das traditionelle Verständnis dort, dass ein Mensch mit Behinderungen möglichst zu Hause verschlossen wird, weil es eine Schande ist, behindert zu sein“, berichtet Paul. Als Team setzten sie sich ein, Blinden und sehbehinderten Menschen eine Schulausbildung zu ermöglichen, für Hörbehinderte ein Institut vom Kindergarten bis zur 12. Klasse aufzubauen und jährlich für bis zu 1500 Menschen mit körperlichen Behinderungen Verdienstmöglichkeiten zu schaffen. „Kurz bevor wir Südasien verließen, kam der Minister für Behindertenfragen zu uns, um 18 sehbehinderte Kinder zu ehren. Das kam in die Medien und veränderte die Sichtweise, dass auch Sehbehinderte etwas lernen und leisten können“, freut sich der heute 56-Jährige. „Mittlerweile schlossen die ersten die Universität ab und sind nun in der Politik, der Behindertenrehabilitation oder anderen Organisationen tätig.“ Die Arbeit selbst wird von einem blinden einheimischen Mitarbeiter fortgeführt.

Keine Möglichkeit, Jesus kennenzulernen
Die Familie kehrte 2010 nach Deutschland zurück und Paul schloss sein Masterstudium in Interkulturellen Studien ab. Er arbeitete in Süddeutschland in der Leitung des Xenos-Teams mit der Migrantenarbeit sowie im Leitungsteam von OM Deutschland mit.

Seit 2014 leitet Paul nun auf internationaler Ebene die OM-Teams entlang der Seidenstraße. „Dort leben ungefähr 890 Millionen Menschen, von denen 95 Prozent Jesus nicht als Sohn Gottes kennen“, erklärt Paul. „75 Prozent dieser Menschen leben sehr abgelegen in dörflichen Gemeinschaften und haben keine Möglichkeit, Jesus kennenzulernen, weil ihnen niemanden von ihm erzählt und den Glauben vorlebt.“ Dafür suchen sie Pioniere, die dort in Teams leben und die Sprache lernen. Weiter brauchen sie Mitarbeiter, die mit ihren Gaben den einheimischen Leitern dienen und sie fördern, damit sie selbstständig werden und die Arbeit nachhaltig wird.

„Auch für die Medienarbeit suchen wir innovative Mitarbeiter, um Menschen in der virtuellen Welt mit dem Evangelium zu erreichen, wie etwa durch den Radiodienst und einen Bibelkorrespondenzkurs, der über 50 000 Fans auf Facebook hat“, berichtet Paul. Der Vorteil der Medienarbeit ist, dass sie von überall aus geschehen kann. So arbeitet ein junger IT-Spezialist in Süddeutschland mit, der seinen Job auf 80 Prozent gekürzt hat.

Der Traum ist für Paul eine Gemeindegründungsbewegung entlang der Seidenstraße, „die ohne Ende wächst und die der ganzen Welt zeigt: Das ist nicht von Menschen gemacht, sondern von Gott, und er bekommt dafür die Ehre!“

Paul bittet um Gebet:
„Bitte beten Sie, dass ich nahe an Gott bleibe und um seine Weisheit und Kraft für die Leitung und die Herausforderungen in der Arbeit an der Seidenstraße. Beten Sie für mehr Mitarbeiter, denn wir haben viele offene Türen in West- und Zentralasien.“

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert.

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