Hilfe für Flutopfer in Myanmar

In vielen Situationen, in denen es unglaubliches Leiden gibt, hilft es, Zeit mit Menschen zu verbringen und so die Botschaft von OM, Gottes Liebe, kraftvoll zu vermitteln. Vor Kurzem besuchte ein OM-Team ein überschwemmtes Dorf im Süden Myanmars, um Nahrungsmittel zu verteilen. Sie verbrachten auch Zeit damit, mit vielen von der Naturkatastrophe betroffenen Menschen zusammenzusitzen und ihre herzzerreißenden Berichte anzuhören.

OM-Mitarbeiterin Alice*, saß einer Frau gegenüber, die ihr zwei Monate altes Baby in den Armen hielt. Dessen Name bedeutete „im Wasser schwimmen", weil er im Hochwasser geboren wurde. Das OM-Team gab dem Jungen den Namen Mose, der ebenfalls ein Kind war, das auf dem Wasser trieb. Als die Geburtswehen der Mutter kamen, kamen auch die Überschwemmungen. So ging die Frau, deren Mann in einer anderen Region arbeitet, um Geld an seine Familie zu schicken, zu einem anderen Haus, um sich zu schützen. Aber das Wasser stieg weiter an. Sie wurde dann zu einem höheren Haus im Dorf gebracht und als sie den dritten Stock des Gebäudes erreichte, kam das Kind.

Zwei Tage lang warteten der Neugeborene und seine Mutter auf ein Boot, um sie zu einem Gemeindehaus in einer Nachbarstadt zu bringen. Als das Hochwasser nachgelassen hatte, kehrten die beiden zu dem zurück, was von ihrem Haus übrig war. Die Hälfte des Daches fehlte und wenn es nachts regnete, konnten sie sich, wie viele andere mit ähnlich beschädigten Häusern, nicht hinlegen, da es keine Abdeckung gab, die vor dem Regen schützen konnte.

Aus Mangel an Nahrung konnte die junge Mutter ihr Baby nicht stillen, also versuchte sie, Milch in eine Flasche zu füllen. Alice, ebenfalls eine Mutter, gab ihr einige hilfreiche Tipps und etwas zu essen. Die ganze Dorfgemeinschaft hatte ihr Essen und Geld zusammengetragen, aber sie hatten nicht genug für alle. Das Essen, das das OM-Team gab, war die erste Nahrungsmittelhilfe, die diese Gemeinschaft seit einer Woche erhalten hatte. Als sie gingen, weinte Moses Mutter. Der dortige Pastor, der mit OM zusammenarbeitet, fragte, ob das Team für sie beten könnten. Sie stimmte dem zu und so setzte sich das Team wieder um sie herum und betete für dieses kleine Baby und seine Mutter.

In einem anderen Dorf, in dem das Hochwasser gerade zurückgegangen war, setzte sich das OM-Team mit einer Gruppe von acht Frauen zusammen, die alle über 60 Jahre alt waren. Sie hatten Arthritis, Bluthochdruck, hohen Blutdruck und Magenprobleme. Es war das zweite Mal innerhalb von etwa sechs Wochen, dass ein OM-Team dieses Dorf besucht hatte. Die Menschen wurden vom Dorfvorsteher mit einem Lautsprecher zusammengerufen, um die Lebensmittelspenden zu holen, die das OM-Team mitgebracht hatte. Langsam kamen die alten Frauen, die alle Babys trugen, um die Spenden entgegenzunehmen. Dann blieben sie, um mit den Teammitgliedern zu sprechen.

Die meisten Eltern dieser Kinder arbeiten im Ausland, da es im Dorf nur wenige Einkommensquellen gibt. So erziehen die Großeltern die Kinder. Das Dorf hat keine weiterführende Schule. Darum ziehen die meisten Kinder, wenn sie 14 Jahre alt sind, an einen anderen Ort, um Arbeit zu finden. Wenn die Schüler sich dafür entscheiden, die weiterführende Schule zu besuchen, müssen sie etwa einen halben Kilometer laufen, eine halbstündige Bootsfahrt über den Fluss machen und etwa eineinhalb Kilometer laufen, nur um einen Bus zu erreichen, der sie zur Schule bringt.

Als das OM-Team Päckchen mit Reis verteilte, bedankten sich die alten Frauen herzlich bei ihnen. Das Dorf ist stark von einem hohen Mönch beeinflusst, der noch nie Christen kommen ließ. Als das OM-Team jedoch im Dorf saß, lud der Dorfvorsteher sie ein, auch als Gemeinde zu kommen, einen medizinischen Hilfseinsatz zu machen und ein Konzert zur Weihnachtszeit zu veranstalten. Er bot sogar an, diese Dinge für sie zu organisieren. Auch wenn er kein Gläubiger ist, war er von der Arbeit, die der Pastor und die OM-Teams seit der Überschwemmung geleistet hatten so angetan, dass er jede Woche die Predigten des Pastors angehört hatte. Durch diese sich entwickelnde Beziehung werden die Christen nun eingeladen, mehr in einer Region zu tun, die sie bisher nicht besuchen durften.

Für die meisten Familien ist die finanzielle Belastung durch die Flut erdrückend. Diejenigen, die einige Ersparnisse hatten, haben sie in die Gemeinschaftssysteme investiert, die viele Dorfbewohner begannen, um ihre Lebensmittel und Finanzen unter allen zu teilen. Obwohl die Menschen selbst so wenig haben, sind sie schnell dabei, nicht nur miteinander zu teilen, sondern auch ihre Großzügigkeit gegenüber den OM-Teams zu zeigen.

Nachdem sie mit einem Übersetzer gesprochen und gebetet hatten, mit dem sie den Tag verbracht hatten, sagte ein OM-Teammitglied: „Wir gingen, um Reis auszugeben, aber ich denke, dass [die Frau] Liebe empfing. Sie lud uns viele, viele Male ein, in ihr Haus zu kommen und in einem anderen Jahr mit ihr zu essen, und dass wir dann in ihrem Haus schlafen könnten. Die Großzügigkeit von Menschen, die nicht einmal genug zu essen haben, ist sehr berührend."

*Name geändert

 

Fotos aus Myanmar