Wachstum in Gottes Zeitplan

Saif* und Asma* arbeiten seit über zehn Jahren in einer pakistanischen Provinz und wollen dynamische Gemeinschaften von Jesus-Nachfolgern unter den am wenigsten Erreichten sehen. Ihr Ziel im ersten Jahr war es, dass sechs Menschen Jesus kennenlernen. Doch das ist nicht passiert – auch nicht im zweiten Jahr. „Aber im dritten Jahr, gab Gott uns einen Mann, der getauft wurde", erzählt Asma. „Dann entschied sich eine Familie für Jesus. Mittlerweile haben wir zehn Hauskirchen mit Menschen mit muslimischen Hintergrund.

Als sie ihre Arbeit begannen, verbrauchten Saif und Asma viel Energie und kämpften darum, Menschen zu finden, die an der Liebe Jesu interessiert waren. Es fehlten ihnen auch an gleichgesinnten Partner in ihrer Region, die ihnen helfen konnten, Muslime zu erreichen. Nach einem Training haben die beiden ihre anfängliche Herangehensweise verändert und sahen bald, dass von ihren zehn Gruppen aus drei neue Gruppen gegründet wurden, sowie dass sich vier weitere Gruppen mit Suchenden bildeten. Das unserer Gruppen selber neue Gruppen gründen, war „eine große Überraschung für uns", sagt Asma.

Jetzt sind Saif und Asma in einer Mentorenrolle für andere und bleiben beteiligt, indem sie Leiter ausbilden, ihnen helfen, Krisensituationen zu lösen und sich mit Suchenden treffen, um die Bibel zu studieren. „Wir verstehen jetzt, was Hausgemeinden brauchen, um zu wachsen", sagt Saif. In ihren regelmäßigen Aktivitäten suchen die beiden nach Wegen, das Evangelium zu verbreiten und Menschen zu finden, die mehr über Christus wissen wollen. Saif und Asma haben die Hausgemeinden mit Mitgliedern mit muslimischen Hintergrund sowie eine Gruppe mit hinduistischem Hintergrund in einer Karte markiert. Diese Gruppen treffen sich wöchentlich und werden von einheimischen Leitern geleitet. „Wir haben also nicht nur zehn Gruppen, sondern unsere Gruppen haben auch wiederrum selber Suchergruppen gegründet", berichtet Asma.

Saif ist es nicht gelungen, andere Menschen zu finden, die unter den Muslimen in seinem Gebiet arbeiten. „Meistens arbeiten die Leute lieber unter den Hindus, weil das einfacher ist. Hindus sind auch eine Minderheit. wie [Christen], so dass das nicht schwer ist. Muslime sind in der Mehrheit, das ist schwieriger." Saifs Ziel ist es, die Zahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Er möchte Einheimische ausbilden, in ihre muslimischen Nachbarschaft zu gehen, dort über Christus zu sprechen und zu sehen, wie eine Hausgemeinde beginnt. So kann die Arbeit fortgesetzt werden, auch wenn es Saif nicht möglich ist, dabei zu sein.

„Wir haben eine Vision von der nächsten Generation unserer Arbeit", sagt Saif und zeigte auf eine Karte, wo er auch die Suchergruppen und einige ausgewählte Gläubige markiert hat. „Es gibt einige Leute, aber es gibt nicht viel Arbeit unter ihnen. Also hoffen wir, dass wir in naher Zukunft diese erreichen werden."

Ein verändertes Leben, das Saif und Asma gesehen haben, ist das von Osman*, ein junger Mann aus einer nahegelegenen Ortschaft. Er ist einer der Suchenden und liest regelmäßig die Bibel, die er in seinem Haus versteckt. Eines Tages sah Osman seine Mutter die Bibel lesen und wurde sehr ängstlich. Er hatte Angst, seine Mutter würde ihn den anderen melden. Er fürchtete Drohungen oder Schläge, wenn die Menschen ihm gegenüber wütend und aggressiv wurden, weil er die Bibel las. Als seine Mutter ihn traf, sagte sie: „Du kannst das heimlich lesen, aber sag es nicht anderen." Er war froh, dass er weiterhin die Bibel lesen konnte und einige Tage später begann auch seine Mutter regelmäßig mit dem Bibelstudium.

Als Osman Saif erzählte, dass seine Mutter auch die Bibel las, besorgte Saif ihr eine großformatige Bibel, um ihr das Lesen zu erleichtern. Sechs Monate später fand Osmans Mutter die Wahrheit. Sie erkannte, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben war. Sie nahm Jesus Christus als ihren Retter an. Später nahm auch Osman Jesus an.

Eines Tages kam Osmans Onkel zu Besuch und fand die Bibel der Mutter. Er begann zu lesen und sagte zu ihr: „Dieses Buch ist gut für mich, nicht für dich ..." Also nahm er die Bibel und ging. „Jetzt liest auch er die Bibel", lächelt Saif. „Gott arbeitet bei einem nach dem anderen.“

Saif bemerkte eine weitere Veränderung in Osmans Leben, da er im Glauben weitere Schritte machte. Seine Tochter brach sich bei einem Unfall ein Bein. Als Saif und Asma Osman besuchten, waren sie erstaunt, sein Neues Testament sichtbar für alle herumliegen zu finden. „Jetzt lese ich mein Neues Testament vor meinen Kindern und sage ihnen, dass es ein sehr wertvolles Buch ist", antwortete er. Sein junger Sohn sagte zu ihm: „Papa, bewahre dieses Buch auf. Wenn ich ein großer Junge bin, werde ich es auch lesen." Osmans Frau liest auch darin – wenn auch heimlich, da sie sich noch als treue Muslima zeigen möchte. Am Tag nach ihrem Besuch rief Osmans Frau Asma an und bat sie, für die schnelle Genesung ihrer Tochter zu beten. „Wir beten, dass Gott ihr Herz öffnet und sie zu Jesus findet, damit sie als Familie im Glauben wachsen", sagt Asma.

*Name geändert

Mehr aus Pakistan

Pakistanier diskutieren über den Glauben

Pakistan – Gott ist da

Die OM-Arbeit in Pakistan ist vielfältig: Von Programmen für Kinder, über ein Lebensmittelgeschäft bis hin zu einem Ausbildungszentrum. Und von Anfang an war es die Philosophie von OM, das Evangelium zu verkündigen: Durch Freundschaften, indem Massen von Literatur verteilt wurden oder indem man von Tür zu Tür ging, um den Glauben an Jesus weiterzugeben.

weiterlesen
Pakistani mit einer Handpumpe

Gottes Plan für Pakistan entdecken

Der Weg, auf dem die Kirche weiterkommt, ist selten einfach. Dies ist die Geschichte der OM-Arbeit unter den unerreichten Menschen in der pakistanischen Provinz Sindh.

weiterlesen

Die Hände und Füße Christi sein

Die Mitarbeiter von OM in Pakistan helfen betroffenen Familien des Bombenanschlags in Lahore Ende März 2016. Sie sind Hände und Füße Christi für die Verletzten.

weiterlesen

Fotos aus Pakistan