Wie Maria und Josef

Autor: Micha Prechtel

„Um 16:30 Uhr beginnt in den Bergen Südasiens die Abenddämmerung. Mein Kollege und ich hatten keine Ahnung, wo wir in dieser Nacht schlafen sollten und waren vom Bergsteigen müde", berichtet OM-Mitarbeiter Kai Schmidt*. „Dann sahen wir vor uns am Berghang ein paar kleine Häuser liegen. Dort mussten wir etwas finden!"

Die erste Frau, die die beiden trafen und fragten, wies sie jedoch ab. „Ich fühlte mich schon ein bisschen wie Maria und Josef, die keinen Raum für die Nacht in Bethlehem fanden", erzählt Kai weiter. „Dann liefen uns einige Kinder über den Weg und musterten uns mit großen, neugierigen Augen. Wir versuchten, mit ihnen zu sprechen, und gaben ihnen einen Zettel, auf dem die Gute Nachricht in Bildern erklärt ist. Mit der Zeit kamen mehr und mehr Kinder in Schuluniform angelaufen und auch ein Mann mittleren Alters. Das war unsere zweite Chance und tatsächlich stimmte der Mann zu, als wir nach einem Raum zum Schlafen fragten!"

Umgeben von einer Horde Kinder führte eine Frau die beiden OM-Mitarbeiter vorbei an einem Stall mit einem Büffel, einigen Kühen und Hühnern, zu ihrem Haus, wo sie untergebracht werden sollten. Die Gastgeberin breitete eine Matte zum Sitzen aus und servierte den für die Region typischen, sehr süßen Schwarztee. Danach redete sie in der Landessprache auf die beiden in, während immer mehr Kinder und Dorfbewohner kamen, um sie zu sehen.

„Auch der Mann, der uns den Schlafplatz vermittelt hatte, kam angelaufen. Er gab uns den Zettel mit der Guten Nachricht, den wir den Kindern zu Beginn gegeben hatten", erinnert sich Kai. „Mir rutschte schon das Herz in die Hose und ich fragte mich, was jetzt kommen würde. Da fragte er uns nach einer Bibel. ‚Was?‘ Da blieb mir vor lauter Überraschung die Spucke weg! Gerade erst hatte unsere Reise begonnen und schon durften wir Gott am Arbeiten sehen.“

Südasien:

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