Ein Leben für Christus

Autor: OM International

„Gottes Liebe zu zeigen, bedeutet für mich, mein Leben authentisch zu leben", sagt Kristina, die im Kaukasus unter Menschen arbeitet, die das Evangelium noch nie gehört haben. „Indem ich mein Leben authentisch lebe und meinen Mitmenschen meine Freundschaft anbiete, hoffe ich, dass sie Christus in mir sehen.“

Kristina wuchs in einer christlichen Familie in Russland auf, lernte viel über Gott und war in der Kirche aktiv. Sie besuchte die Sonntagsschule und nahm an Jugendcamps und-freizeiten teil. „Ich dachte, dass mein Leben in Ordnung sei. Aber eigentlich bin ich nicht zu Gott gekommen. Ich habe nicht erkannt, dass ich sündig war", erzählt Kristina. Sie besuchte die Kirche und las in der Bibel, weil sie es musste.

Im Alter von 18 Jahren wurde Kristina krank und da es ihr sehr schlecht ging, begann sie darüber nachzudenken, wo sie nach dem Tod sein würde. Dabei wurde ihr klar, dass sie nicht bei Gott sein würde – sie hatte keine persönliche Beziehung zu ihm. Sie empfand Reue darüber und wandte sich Gott zu.

Nachdem sie sich taufen ließ, begann Kristina davon zu träumen, ein bedeutsames Leben zu führen. „Ich traf viele Menschen, die an verschiedenen Orten dienten: in entlegenen Dörfern in Russland und sogar in Indien. Ich dachte: Die haben einen Sinn im Leben. Und was ist der Sinn meines Lebens?" Obwohl sie sich in vielen kirchlichen Diensten für Kinder und Jugendliche und im Lobpreisteam engagierte, war ihr das nicht genug. Sie begann nach Informationen über Missionsausbildungen zu suchen, um ihr Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen.

Eines Tages erzählte Kristinas Cousine ihr, dass sie am Missions- und Jüngerschaftstraing von OM (Missions Discipleship Training, MDT) in ihrem Heimatland Russland teilnehmen würde. Das war genau das, wonach Kristina gesucht hatte. Eifrig nahm auch sie an dem MDT-Programm teil. „Das Studium hat meinen Horizont geweitet. Ich konnte nicht nur mich und meine Gemeinde sehen, sondern auch die Tatsache, dass die Welt so groß und vielfältig ist. Es gibt so viele Missionen und Gemeinden, so viele Möglichkeiten, Gott zu dienen", erinnert sich Kristina.

Die Nöte sehen

Nachdem sie sich über verschiedene Möglichkeiten, Gott zu dienen, informiert hatte, überlegte Kristina, wo sie am besten eingesetzt werden könnte. Sie bat Gott um seine Führung. Ein OM-Mitarbeiter schlug ihr vor, mit Teenagern und Kindern in Abchasien im Kaukasus zu dienen.

„Ursprünglich hatte ich einen anderen Ort in Betracht gezogen", erklärt sie. „Aber als ich von der konkreten Not in Abchasien erfuhr, wurde mir klar, dass Gott mir diesen Ort gezeigt hatte. Warum sollte ich nach etwas anderem suchen, wenn ich dort nützlich sein kann und meine Fähigkeiten und Erfahrungen anwenden kann?" Nachdem sie ihr MDT abgeschlossen und die Bestätigung ihrer Kirchengemeinde erhalten hatte, ging Kristina mit einigen anderen Studenten für ein Jahr nach Abchasien.

„Ich wusste nicht viel über dieses Land", gab Kristina zu. Die harte Realität des Lebens in Abchasien erfuhr sie erst kurz nach ihrer Ankunft in Tqwartscheli. Die Stadt leidete schwer unter dem ethnischen Unabhängigkeitskrieg mit Georgien in den Jahren 1992 und 1993. Nur noch 4000 Einwohner leben in der Stadt. Viele von ihnen in kriegsbeschädigten Häusern, die noch immer nicht repariert wurden. Die Jugendlichen sind mit vielen Problemen konfrontiert, wie Traumata, Armut, Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie eine hohe Selbstmordrate.

„Viele Menschen in Abchasien befinden sich am Rande einer Depression", berichtet Kristina. „Sie haben keine Arbeit und müssen sich Geld zum Leben leihen." Trotz der großen Probleme sind die Menschen in Abchasien sehr gastfreundlich und bereit, ihren Gästen alles zu geben, was sie haben. „Zunächst erschien uns das sehr ungewöhnlich, aber diese kulturelle Gewohnheit ist ein Vorteil für die Weitergabe des Evangeliums. Sie sind sehr offen und immer bereit, Gäste zu empfangen." Kristina erzählt den Menschen vor Ort von Gott durch Freundschaft. „Sie verstehen, dass wir ihnen nicht unseren Glauben und unsere Visionen aufzwingen wollen, sondern dass wir an ihnen interessiert sind. Sie fühlen sich geliebt und wertgeschätzt", sagt sie.

Die Wahrheit über Jesus Christus weiterzugeben, ist jedoch nicht so einfach, wie es vielleicht den Anschein hat. Die Mehrheit der Abchasen folgt mystischen Riten. „Es gibt bestimmte Tage, an denen sie einigen Göttern Opfer darbringen und den Tag der Toten feiern", erzählt Kristina. „Das wird von Generation zu Generation weitergegeben. Ich betrachte diese Traditionen als einen geistlichen Kampf. Wenn die Menschen seit ihrer Kindheit an diese mystischen Überzeugungen gewöhnt sind, ist es schwierig, sich von ihnen zu lösen. Wir fahren jedoch fort, ihnen die Liebe Jesu vorzuleben.“

Neue Möglichkeiten, sich einzubringen

Nach dem ersten Jahr beschloss Kristina zu bleiben. Jetzt lebt und dient sie schon seit drei Jahren im Kaukasus. In den ersten zwei Jahren konzentrierte sie sich darauf, Gottes Liebe an die Kinder und Teenager weiterzugeben, der örtlichen Gemeinde zu helfen und Menschen in der Jüngerschaft zu fördern. „Als junge Frau war es eine echte Herausforderung und ziemlich verwirrend für mich, Menschen zu Jüngern zu machen, die älter als ich sind ", erinnert sie sich. „Aber nach ein paar Monaten hat sich meine Sichtweise ein wenig geändert. Ich sehe, dass sie mich für meine Entscheidung, in Tqwartscheli zu leben und zu bleiben, respektieren."

Letztes Jahr eröffnete Gott Kristina eine neue Möglichkeit, sich in der Gesellschaft zu engagieren und Gottes Liebe an mehr Menschen vor Ort weiterzugeben. Sie nahm an einem Augenbrauen-Master-Kurs teil und begann als Augenbrauenkünstlerin in einem lokalen Salon zu arbeiten. „Für die Frauen hier ist es wichtig, schön auszusehen. Deshalb ist diese Dienstleistung für sie sehr attraktiv. Vor mir gab es keine Augenbrauenmeister vor Ort", sagt Kristina.

Für sie ist es nicht nur ein Job oder eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Es ist eine Gelegenheit, das Evangelium weiterzugeben und ein Beispiel für andere Menschen zu sein. „Meine Friseurkollegin empfiehlt ihren Kunden immer, meine Dienste in Anspruch zu nehmen, und sie erzählt ihnen auch, dass ich Christin bin", sagt sie. „Das hilft mir, mit den Frauen im Salon leicht ein Gespräch über Gott zu beginnen.“

Kristina möchte auch ein Licht für ihre Kollegen sein: „Eine von ihnen stellt mir oft Fragen zum Glauben. Ich führe tiefe Gespräche mit ihr und ihren Kindern, und wir haben eine enge Beziehung. Sie sieht auch meine Einstellung zu den Menschen, zu ihr und ihrer Familie, und das ist ein großer Zuspruch für sie. Ich versuche, mein Leben so zu leben, dass es von Christus zeugt."

A young lady shares God’s love with the least-reached people who have never experienced it.

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