Von Ketten zur Hoffnung

Autor: Simon Marijani

Nigel Keur aus Südafrika ist ein Jesus-Nachfolger, der Veränderungen vorantreibt.

Nigel war Mitbegründer von SportsLink in Südafrika, einem Arbeitszweig von OM, der auf Sport ausgerichtet ist und das Evangelium an junge Sportler weitergibt. Von 2012 bis 2018 leitete Nigel dann für die afrikanischen OM-Länder AIDSLink, einen Dienst, der Hoffnung geben will für Menschen, die mit HIV und Aids leben, sowie andere, die von dem Virus betroffen sind, .

Nigel, der heute Direktor von TeenStreet in Afrika ist, einer internationalen Jüngerschaftsbewegung für junge Menschen, erinnerte sich daran, dass seine eigenen Teenagerjahre nicht sehr vielversprechend oder hoffnungsvoll waren.

„Ich habe alles versucht“

Nigel wurde in eine sechsköpfige Familie geboren und wuchs bei einer alleinerziehenden Mutter in Kapstadt, Südafrika, auf. Als Teil einer christlichen Familie ging er jede Woche in die Kirche, bis es zu Konflikten mit dem Sport kam. Nigel begann, die Kirche zu schwänzen, um sonntags Fußball zu spielen, und trat schließlich im Alter von elf Jahren ganz aus der Kirche aus. Danach geriet Nigels Leben außer Kontrolle, und es dauerte nicht lange, bis er mit Alkohol und Drogen in Berührung kam. „Ich habe alles ausprobiert“, erzählt er.

Schon bald nahm Nigel nicht nur Drogen, sondern handelte auch mit ihnen und wurde Mitglied einer Bande. Es dauerte nicht lange, bis er in Schwierigkeiten geriet und verhaftet wurde. Er hatte aber das Glück, dass seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, da er ein Ersttäter war.

Die Verhaftung hielt ihn nicht von seinem Weg ab, obwohl seine Familie ihn bat, daraus eine Lehre zu ziehen. Nigel hörte nicht auf sie. „Meine Familie hat sich nie von mir abgewandt, trotz all der Probleme, die ich vor ihre Haustür brachte“, erinnert er sich. „Sie sagten immer wieder: ,Es gibt Hoffnung, solange du atmest.'“

Nigel wurde erneut verhaftet. Dieses Mal drohte ihm eine fünfjährige Haftstrafe. Die Behörden verloren jedoch seine Akte, sodass er der Haftstrafe entging.

Zu dieser Zeit begann Nigel nach dem Lebenssinn zu suchen und eine Menge Fragen zu stellen. Nigels Mutter und andere Familienmitglieder erinnerten ihn immer wieder daran, dass „du Jesus brauchst“.

„Sie haben mir das Evangelium nicht nur erzählt, sondern es mir vorgelebt. Sie hatten Frieden, Freude und Liebe“, sagt Nigel.

Obwohl er Geld hatte und sich viele Annehmlichkeiten leisten konnte, wurde Nigel immer wieder von Gefühlen der Unzulänglichkeit überschwemmt. „Irgendetwas fehlte in meinem Leben. Ich begann mich leer zu fühlen“, erklärt er. „Ich kannte Gott durch meine Familie, aber ich dachte nicht eine Minute lang daran, dass es Gott war, den ich brauchte, um diese Leere zu füllen.“

Eines Tages wollte Nigel mit jemandem über seine Gefühle sprechen und beschloss, seinen Bruder, der Pastor ist, zu besuchen. Als er dort ankam, stellte er fest, dass sein Bruder nicht zu Hause war und stürmte fluchtartig aus dessen Haus.

Später an diesem Tag kehrte Nigel jedoch aus einem anderen Grund zum Haus seines Bruders zurück. Entschlossen, nichts zu sagen, hörte Nigel eine sehr reale Stimme, die ihm sagte, dass es „jetzt oder nie“ sei, als er gerade gehen wollte. Nigel drehte sich um und schüttete seinem Bruder sein Herz aus, der mit ihm an Ort und Stelle Nigels Entscheidung für Jesus festmachte.

„Ich weiß, dass jeder Mensch einen anderen Lebensweg hat, aber nach mehr als zehn Jahren schweren Drogenkonsums war es einfach so vorbei“, erklärt Nigel. „Kein Verlangen, keine Entzugserscheinungen oder Entzugsprogramme. Gott hat mich sofort von den Drogen befreit.“

Es war ein Wunder. Und von diesem Moment an war Nigel ein anderer Mensch.

Den Kreislauf durchbrechen

Nigel beim FußballtrainingAls er im Glauben wuchs und sich in der Gemeinde engagierte, kehrte Nigel zu den Sportplätzen zurück, auf denen er als Fußballspieler Spuren hinterlassen hatte. Diesmal ging er als Trainer, der die Liebe Christi an die Sportler weitergeben wollte.

Nigel begann seine zweite Chance im Leben zu nutzen, um die Jugend zu fördern. „Die Kinder auf der Straße brauchen einen Vater. Ich bin ohne einen solchen aufgewachsen und weiß genau, wie sie sich fühlen“, berichtet Nigel.

Aus dieser frühen Arbeit heraus war Nigel Mitbegründer von SportsLink in Südafrika, einer Bewegung von Trainern, Athleten und Sportbegeisterten, die sich dafür einsetzen, dass sich das Leben der Menschen durch Sport verändert.

Vom Sport wechselte Nigel zu AIDSLink mit der Vision, Menschen und Gemeinschaften, die von HIV und Aids betroffen und infiziert sind, wieder Hoffnung zu geben.

Bei all dem liegt es Nigel am Herzen, den Kreislauf zu durchbrechen, der Menschen in gefährliche Situationen bringt, die zu schlechten Entscheidungen führen. „Ich denke bei allem, was ich tue, immer an das große Ganze. Ich frage immer: Woher kommt das und wie können wir es stoppen?“, so Nigel.

Nigel arbeitet jetzt für TeenStreet in Afrika, einer internationalen Jüngerschaftsbewegung für junge Menschen.

Nigel beim Unterrichten„Angesichts der Tatsache, dass fast 60 Prozent der Afrikaner unter 25 Jahre alt sind, glaube ich, dass TeenStreet eine positive Rolle dabei spielen kann, die junge Generation dazu zu bringen, anders darüber nachzudenken, wer sie ist und welche Rolle sie spielen kann, um unseren Kontinent und darüber hinaus zur Ehre Gottes zu beeinflussen“, sagt Nigel.

Nigels Vision ist es, dass es in ganz Afrika zahlreiche TeenStreet-Veranstaltungen gibt, damit mehr junge Menschen in ihrem Glauben angeleitet und begeleitet werden, ihren Glauben im Alltag zu leben.

„Wir möchten, dass TeenStreet so viele Menschen wie möglich in Afrika erreicht, sei es durch TeenStreet-Programme, Einsätze oder Antworten auf Bedürfnisse. Ein weiterer Traum ist, dass TeenStreet über die Grenzen hinweg läuft und Jugendliche aus verschiedenen Teilen Afrikas miteinander in Kontakt kommen“, wünscht er sich.

Unter seiner Leitung wurde TeenStreet 2019 in Simbabwe und 2021 in Sambia gestartet. Es gibt Pläne für eine weitere Veranstaltung in der Region des Tanganjikasees sowie für eine Wiederaufnahme von TeenStreet in Südafrika. „Unsere Bemühungen wurden durch die Covid-19-Beschränkungen behindert", sagt Nigel. „Trotzdem konnten wir ein zweites TeenStreet in Simbabwe durchführen, teilweise online und teilweise persönlich."

Ein einzigartiges Merkmal von TeenStreet ist, dass die Jugendlichen, die das Programm durchlaufen haben, in die Planung künftiger Initiativen einbezogen werden. Junge Menschen, die Ideen austauschen und sich gegenseitig helfen, die Liebe Christi in ihrem Leben zu leben, sind einige der positiven Ergebnisse, die Nigel und sein Team erhoffen, wenn TeenStreet den Kreislauf durchbricht – bei einem Teenager nach dem anderen.

Nigel berichtet über seine Arbeit (Englisch)

Sambia: Teaching and training the community in Zambia.

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