Nicht mit Strategien und Werkzeugen

„Die Jüngerschaftsschule war einfach perfekt. Viele verschiedene Methoden, um die Gute Nachricht weiterzugeben, wurden präsentiert. Uns wurde eine ganze Anzahl Werkzeuge vorgestellt, um Menschen näherzubringen, wer Jesus wirklich ist“, erzählt Jana*, eine Teilnehmerin. Sie fragte sich, ob sie wohl erfolgreich sein würde? Ob ihr all das neuerworbene Wissen helfen würde, Menschen zu Jesus zu führen?

Folgendes Erlebnis spielte sich im MDT Hoffnung für Zürich in einem Vorstadtquartier Zürichs ab. Teilnehmende werden in dieser Jüngerschaftsschule vorbereitet, Zeugen für Jesus zu sein. Jana lehrte eine ägyptische Migrantin Deutsch. Nennen wir sie Dahab*. Dahab hatte viel Freude an diesen Deutschlektionen mit Jana, denn Jana gründete ihre Lektionen auf Konversation, auf einfachem Reden miteinander.

Jana und Dahab plauderten, erzählten einander Geschichten. „Ich war damals dran, eine neue Arbeitsstelle als Lehrerin an einer Primarschule zu suchen. Wo immer ich mich auch bewarb – ich wurde abgewiesen“, erinnert sich Jana. Auch das wurde Teil der Konversation der zwei Frauen. Das berührte Dahab sehr. Sie nahm Anteil an jeder Bewerbung und litt unter jeder Absage. Sie ging soweit, dass sie Jana schalt, weil sie Deutschunterricht erteilte, statt sich ganz der Arbeitssuche zu widmen. Dahab wünschte sich von ganzem Herzen, dass Jana eine Stelle erhalten würde und so weiterhin in Zürich bleiben und ihr Deutschunterricht erteilen könnte.

„Dann fand ich das perfekte Stellenangebot: Die Schule, welche eine Lehrerin suchte, wurde nach christlichen Prinzipien geführt. Die Stelle schien genau diejenige zu sein, die ich suchte“, erzählt Jana weiter. Sie bewarb sich und wartete. Und Dahab wartete ungeduldig mit ihr. Eines Tages trafen sie zwei andere MDT-Teilnehmerinnen im Supermarkt. Dahab sagte zu ihnen: „Ich möchte wirklich, dass Jana diese ‚perfekte‘ Stelle erhält. Aber was können wir schon tun?“ Die zwei Frauen meinten, dass vielleicht beten helfen würde?! Die muslimische Dahab versprach, dies zu tun und löste ihr Versprechen gleich ein, sobald sie zuhause ankam.

Jana kam in die nähere Auswahl und durfte an der Schule eine Probelektion halten. Sie beeindruckte das Komitee und erhielt die Stelle als Lehrerin.

„Ich musste Dahab so schnell wie möglich informieren und schrieb ein SMS: ‚Gott erhörte unser Gebet!‘“

Dahabs Antwort liess nicht auf sich warten: „Du bist ein guter Mensch! Gott wird dir Gutes tun! Möge Er dich segnen!“

Jana war überrascht, was sie mit Dahab schon erreicht hatte. „Ich habe meine Lektion gelernt“, sagte sie. „Mit Strategien und Werkzeugen erreiche ich die Herzen der Menschen nicht, wenn ich mich aber öffne und mein Leben mit jemandem teile, dann spricht das auch zu den Herzen.“

*Name geändert