Auf dem Sportplatz mit Gott

David und Fròði, 8 und 12 Jahre alt und von den Färöer Inseln, betreten den Fußballkäfig. Ihre Gegner: Riesen, doppelt so groß, doppelt so alt, mit zwei Siegen im Rücken. Jeder Ballkontakt wird kommentiert oder bejubelt, jede gelungene Aktion mit Applaus belohnt. Und dann nimmt Fròði seinem Gegner den Ball ab und passt zu David. Der schießt sofort, aber sein Gegner bringt einen Fuß dazwischen und fälscht den Schuss ab. Der Ball rollt langsam, die Riesen kommen zu spät: Hinein ins Glück, hinein ins Tor. Die Zuschauer jubeln. Der Underdog hat den Favoriten besiegt.
Auf dem gepflasterten Boden hinter der Messehalle ist zu den Interact-Zeiten Sportaction angesagt: Kicken im Käfig, Slam-Dunks an den selbst gebauten Basketballkörben, Dives in den aufgeschütteten Sand der Beachvolleyballfelder. „Wir sind eigentlich jeden Abend hier und spielen Volleyball“, erzählen Sophie und Hannah, 16 und 17 Jahre aus Deutschland. „Die Bewegung tut gut.“
In der ersten Interact-Zeit sitzen die Sportler allerdings auf dem Trainingsplatz und reden über Sport und Glauben.
„Die Themen hier passen immer zum Hauptprogramm und sind echt gut. Deswegen bin ich auch schon zum zweiten Mal dabei“, erklärt David (16, Deutschland). „Heute ging es zum Beispiel über Herrschaft. Also wie Sportler versuchen, das Spiel und ihren Gegner zu beherrschen und auch darüber, was mich als Sportler auf dem Platz beherrscht.“
Jonathan, ebenfalls 16 und aus Griechenland, lernt dagegen, wie er mit Gott Sport machen kann:
„Ich versuche, so zu spielen, wie Jesus. Es ist wahrscheinlich unmöglich, wie Jesus zu sein, aber ich kann immer mein Bestes geben.“
Das Schöne daran: die Sport-Situation ist übertragbar. Es spielt keine Rolle, ob der Sportplatz Teil des Messegeländes in Münster ist oder irgendwo sonst auf der Welt steht. Sport bleibt Sport.
Sobald das Seminar vorbei ist, fliegen die Bälle wieder, bis in die Abendstunden hinein. Besonders das Beachvolleyballfeld ist begehrt. Yohann, 16 aus Frankreich, spielt lieber Basketball.
„Ich glaube, es gibt eine Zeit für Lobpreis und Bibelunterricht. Und es gibt eine Zeit für Sport. Aber auch beim Sport kann man ja Gott mitnehmen, seine Beziehung zu Gott im Spiel reflektieren. Deswegen gehen wir auch so fair miteinander um.“