Karoliina Grohn

Es ist ein warmer Tag bei TeenStreet (TS), und eine Gruppe von vier finnischen Jugendlichen hat neben der Main Hall Schatten gefunden. Der Bürgersteig neben ihnen ist brennend heiß - auf einer kleinen Solarzellenbox lädt das daran befestigte Handy.

"Der Vater einer Freundin riet ihr das Ladegerät mitbringen", sagt Eveliina (16) lächelnd. "Sie war so nett und lässt es uns benutzen."

Neben Eveliina sitzen drei ihrer Freunde aus der Gemeinde: Wilhelmiina (15), Elli (16) und Johannes (17). Das ist das vierte TS für die Mädchen und das sechste für Johannes.

Ihre Heimatgemeinde ist bei TS mit insgesamt 23 Jugendlichen in dieser Woche gut vertreten. Für sie alle war es ein jahrelanger Prozess, hierher zu kommen.

In der „Free Church of Tampere“ ist das Sammeln von Spenden für TS Teil des Programms der Gemeinde, und die Teens werden ermutigt, jedes Jahr zu TS zu gehen. Die dafür notwendigen Mittel werden von den Jugendlichen selbst aufgebracht. Das Rezept ist einfach: Kuchen und Kaffee.

Etwa sieben bis acht Mal im Jahr organisieren die Jugendlichen nach dem Gottesdienst eine Kaffeepause für die Gemeindemitglieder. Sie machen Pläne, was sie mit dem Kaffee anbieten wollen (Zimtbrötchen, Brownies, sogar eine volle Mahlzeit), sie kochen, sie backen, und sie betreiben die Küche und den Gemeinschaftsraum am Sonntag.

Die schlauen Köpfe dahinter: die Mütter. Ideen für das Menü, sogar die Rezepte kommen von den Müttern, und alles wird mit den Teens über eine WhatsApp-Gruppe geplant. Wenn du nicht weißt, wann du an der Reihe bist, die Kaffeemaschine zu bedienen, wird es eine Mutter wissen.

"Am TS-Kaffee-Sonntag gehen einige von uns nach vorne, um über TS zu reden und die Leute danach zum Kaffee einzuladen", erklärt Johannes.

"Und natürlich versuchen wir, an eine 'berührende' Geschichte von einem vorigen TeenStreet zu denken", fügt er mit einem Grinsen hinzu.

Wilhelmiina weiter: "Beim Kaffee ermutigen wir die Menschen, uns Fragen über TS zu stellen. Es hat Spaß gemacht, die Leute in unserer Gemeinde kennenzulernen, während wir mit ihnen redeten."

Für Kaffee und Kuchen wird eine freiwillige Spende erhoben. 

In diesem Jahr deckte das verdiente Geld die Kosten der Veranstaltung und die Reise nach Deutschland für alle 23 teilnehmenden Teenager. Die Jugendlichen mussten dann nur noch für die Flüge von Finnland nach Deutschland aus eigener Tasche zahlen.

Als Bonus bot das einjährige Kaffeeprojekt den Teenagern die Möglichkeit, sich vor der gemeinsamen Reise nach Deutschland kennen zu lernen.