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Life in South East Asia is full of color. Fish, fishing and boats are all a big part of many peoples' source of income along the many rivers in the area. Photo by Ellyn Schellenberg.

Die Verkündigung des Evangeliums in Südostasien geht oft mit Verfolgung einher, da viele Menschen das Christentum als Anstoß für ihre einheimischen Geister sehen. Doch die Veränderung, die die Menschen im Leben von Jesus-Nachfolgern erkennen können, beginnt, ihre Sichtweise zu ändern.

Vina* gehört ethnisch zur Gruppe der Hmong und kommt aus einem kleinen Dorf in der Mekong-Region. Auch wenn die größte Religion in ihrem Heimatland der Buddhismus ist, praktizieren viele ethnische Minderheiten den Animismus, wie auch Vinas Familie und Dorf.

2014 reiste eine Frau aus der Hauptstadt in Vinas Dorf und bot Frauen, die finanziell nicht die Möglichkeit hatten zu studieren, eine Unterkunft und eine Ausbildung an. Die Frau gab das Evangelium an Vina weiter und sie und einige andere wurden die erste Gruppe von Jesus-Nachfolgern in ihrem Dorf. Als Vina in die Stadt zog, um zu studieren, hatte sie die Freiheit, die Kirche zu besuchen und in ihrer Beziehung zu Jesus zu wachsen.

Hier lernte sie durch einen Freund ein von OM betriebenes Café kennen, in dem Vina schon bald als Barista zu arbeiten begann. Der Coffeeshop bietet ein Jüngerschaftsprogramm für seine Mitarbeiter an und Vina nahm daran teil und wurde schließlich eine Leiterin, die andere Christen im Coffeeshop in der Jüngerschaft anleitet.

Gemeindegründung

Heute arbeitet Vina als Ausbildungskoordinatorin für das OM-Team in ihrem Land und hilft, Christen zu befähigen, die Gute Nachricht von Jesus an andere weiterzugeben. In der Ausbildung wird Pastoren und Dorfbewohnern, die sich in der Jüngerschaft engagieren wollen, beigebracht, sich in Hausgemeinden zu versammeln und Gemeinschaft zu pflegen. Dies soll anstelle dessen treten, auf Gelegenheiten zu warten, in weit entfernte Gemeinden zu gehen, was aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten und schlechten Wetters eine Herausforderung darstellt. Die Teilnehmer erfahren von der Schulung durch Freunde, die das Programm absolviert haben, oder werden von Vina eingeladen, wenn sie sie trifft.

„Wir rüsten Jesus-Nachfolger aus, damit sie das Selbstvertrauen gewinnen, mehr Hauskirchen zu gründen. Manchmal konzentrieren sich die Menschen auf die Kirche als Gebäude. Wenn sie also nicht genug Platz haben, wollen sie mehr Gebäude bauen oder das Gebäude vergrößern, anstatt Hauskirchen in ihren eigenen Dörfern zu gründen“, erklärt Vina.

„Aus jedem Dorf, aus dem sich Interessierte gemeldet haben, bringen wir eine Person zur Schulung mit. Die Dorfbewohner, in denen noch keine Jüngerschaftsgruppen zusammen kommen, ermutigen wir, Hauskirchen zu gründen. Die Dorfbewohner, die bereits als Gemeinde zusammenkommen, ermutigen wir, in ein anderes Dorf zu gehen, das Evangelium weiterzugeben und dort eine Hausgemeinde zu gründen“, erzählt Vina weiter.

Die Weitergabe des Evangeliums und die Gründung von Gemeinden ist mit Verfolgung verbunden, da viele Dorfbewohner das Christentum als etwas ansehen, das den Geistern, die sie anbeten, nicht gefällt. Nach Abschluss der Jüngerschafts- und Gemeindegründungsschulung in der Stadt kehren viele Jesus-Nachfolger in ihr Dorf zurück und sehen sich der Verfolgung durch ihre Schwiegereltern und Dorfmitglieder ausgesetzt.

Ausharren im Angesicht der Verfolgung

Verfolgung ist eine Realität, mit der sich viele Christen konfrontiert sehen. Als Pastor Phayvanh* nach seiner Ausbildung nach Hause zurückkehrte, musste er feststellen, dass sein Dorf die Auffangschalen zerstört hatte, in denen er den Saft der Gummibäume auffing. Ohne diese wichtigen Werkzeuge konnte Pastor Payvanh nicht für seinen Lebensunterhalt sorgen, also bat er das Team von Vina, ihm beim Kauf neuer Schalen zu helfen.

Ähnlich erging es einem anderen Ehepaar: Sousada* und Phetsarath* zogen mit dem Traum, eine Kirche zu gründen, zurück zu ihren Familien in ihr Heimatdorf. Sie wurden jedoch von ihren Eltern angefeindet, da die Familie erklärte, dass sie als Christen den Geist verärgert hätten und sie beschuldigten, Unglück über die Familie zu bringen. Ohne eine Bleibe kehrte das Paar in die Stadt zurück.

Vina ermutigt die Auszubildenden, in ihre Dörfer zurückzukehren, um das Evangelium zu verkünden. Aber sie weiß auch, wie schwer es ist, aufgrund unterschiedlicher Glaubensvorstellungen ausgegrenzt zu werden. Als Vinas Dorfvorsteher herausfand, dass sie und einige andere Dorfbewohner Jesus als ihren Erlöser angenommen hatten, rief er die Polizei und verlangte, dass die Gruppe zur Geisteranbetung zurückkehrt. Um seine Unterschrift zu bekommen, die sie brauchte, um in der Stadt zu studieren, versprach Vina, dass sie das Christentum aufgeben würde. „Die Christen erzählten der Polizei, dass sie von verschiedenen Krankheiten und Süchten geheilt wurden, nachdem sie Jesus angenommen hatten. Aus diesem Grund ging die Polizei wieder, aber der Dorfchef verfolgte uns weiter. Ich persönlich wusste, dass ich mehr über Gott wissen wollte, aber ich brauchte auch diese Papiere, also musste ich den Dorfvorsteher anlügen. Heute würde ich das nicht mehr tun und lügen, auch wenn er mir die Papiere verweigerte. Aber damals war mein Glaube noch nicht so stark“, so Vina.

Erfolge und Wachstum

Trotz der Verfolgung, die sie sowohl selbst erlebt hat als auch mitansehen musste, wird Vina von den Christen, die sie begleitet, sehr ermutigt. Infolgedessen ist ihr Glaube nur stärker geworden.

Einmal besuchten Vina und ihr Team einige Dorfbewohner, die Ermutigung in ihrem Glauben brauchten. Gemeinsam beteten sie und tauschten Zeugnisse aus. Tui*, ein Mann, der noch nicht an Jesus glaubte, brachte seinen Sohn mit und bat die Gruppe, für ihn zu beten. Nach dem Gebet schnitt Tui ohne Aufforderung die Bänder um sein Handgelenk ab, die den Geistern gewidmet waren und für Glück und Bewahrung getragen wurden. Das war ein großer Schritt für ihn.

Kleine Gruppen von Jesus-Nachfolgern wachsen weiterhin in ihrem Glauben und ihrer Anzahl. Beinahe jeden Monat erreichen das OM-Team Zeugnisse als Videos von Heilungen und geistlichem Wachstum, die in den Hausgemeinden stattfinden. Mit dem Wachsen der Gruppen erkennen die Menschen um sie, dass Christen keine Bedrohung für die Gemeinschaft sind, sondern vielmehr Teil davon sein möchten. Die Veränderung, die im Leben Einzelner stattfindet, hat einen Dominoeffekt in deren weiterem sozialen Umfeld: Es gibt eine größere Akzeptanz von Jesus-Nachfolgern als friedfertige Menschen.

Bitte beten Sie für Vina und ihr Team in ihrer Ausbildung von Jesus-Nachfolgern. Beten Sie, dass diese das Gelernte in ihren Heimatdörfern auch anwenden. Und beten Sie um mehr Mitarbeiter, besonders männliche, die Dörfer besuchen und Christen ausbilden.

*Name geändert

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